Alleinerziehende Pflegeeltern
Shownotes
In dieser Folge ist Tanja zu Gast. Sie ist alleinerziehende Pflegemutter eines 3-jährigen Kindes und teilt auf ihrem Instagram-Kanal Home Of The Fosters ihre Erfahrungen mit anderen Pflegeeltern.
Das Gespräch dreht sich um ihren Weg, als Einzelperson Pflegefamilie zu werden – eine Herausforderung, die insbesondere finanziell nicht einfach ist. Alleinstehende Pflegeeltern stehen vor dem Dilemma, für das ankommende Pflegekind da zu sein, während sie gleichzeitig nicht ausschließlich vom Pflegegeld leben dürfen. Besonders in den ersten Monaten, wenn eine enge Bindung aufgebaut werden soll, ist eine Erwerbstätigkeit kaum möglich. Elternzeit kann genommen werden, doch ein Anspruch auf Elterngeld besteht nicht.
Wie lässt sich diese Herausforderung meistern? Welche Wege hat Tanja gefunden, um diesen Spagat zu bewältigen? Diese und viele weitere Fragen werden in der Folge besprochen.
🔗 Mehr zu Tanja auf Instagram: https://www.instagram.com/home_of_the_fosters/ 🎧 Jetzt reinhören!
Transkript anzeigen
00:00:00: (Ruhige Musik)
00:00:01: Ich bin alleine erzählende Pflegemama.
00:00:03: Und irgendwann gab's einen Anruf,
00:00:06: und dann hast du dann relativ schnell
00:00:08: auch dein erstes Pflegekind kennengelernt.
00:00:10: Wie war das für dich?
00:00:12: Ich glaub, das war das auch regnendste,
00:00:15: erste Date meines Lebens.
00:00:16: Das ist so ...
00:00:17: Es ist unfassbar, wie lange das gedauert hat,
00:00:20: Mutter werden zu dürfen und wie sehr ich mir das gewünscht hab.
00:00:24: Und ich kann's immer noch nicht glauben,
00:00:26: dass ich tatsächlich Mutter bin.
00:00:28: Du bist so einem unfassbar tollen Kind.
00:00:30: Ich bin einfach nur dankbar.
00:00:32: (Ruhige Musik)
00:00:34: Netzwerkpflegefamilien, der Podcast.
00:00:39: Hallo und herzlich willkommen zu Netzwerkpflegefamilien,
00:00:44: der Podcast.
00:00:45: Mein Name ist Steffen Zug, und heute hab ich Tanya zu Gast.
00:00:49: Tanya ist alleineziehende Pflegungbutterm
00:00:51: eines dreijährigen Kindes.
00:00:53: Ich habe sie vor einiger Zeit über Instagram kennengelernt.
00:00:57: Auf ihrem Kanal "Home of the Fosters"
00:00:59: tauscht sie sich mit anderen Pflegeeltern aus,
00:01:01: teilt ihre Erfahrungen und gibt angene Pflegeeltern
00:01:05: viele Hinweise mit.
00:01:06: Tanya und ich, wir haben insbesondere über ihren Weg gesprochen,
00:01:10: als Einzelpersonenpflegefamilie zu werden.
00:01:12: Ein Weg, der für sie nicht immer leicht war,
00:01:16: insbesondere finanziell.
00:01:17: Denn alleinstehende, die Pflegeeltern werden möchten,
00:01:20: stehen vor einem Dilemma, nämlich, dass sie in der ersten Zeit
00:01:24: vor allem für das ankommende Pflegekind da sein müssen.
00:01:27: Damit das Kind auch wirklich ankommen und sich binden kann.
00:01:31: Insbesondere, wenn das Kind jünger ist,
00:01:33: kann die alleinerziehende Pflegeperson
00:01:35: also meistens nicht in einer Lohnarbeit nachgehen.
00:01:38: Gleichzeitig gibt es die Vorgabe,
00:01:40: dass Pflegeeltern nicht alleine vom Pflegegeld leben dürfen.
00:01:44: Pflegeeltern können zwar Elternzeit nehmen,
00:01:47: jedoch gibt es keinen Anspruch auf Elterngeld.
00:01:50: Wie ist das also überhaupt möglich,
00:01:52: als alleinstehende Person Pflegeeltern zu werden?
00:01:55: Wie Tanya das für sich gelöst hat,
00:01:57: das und vieles mehr erfahrt ihr nun in diesem Gespräch.
00:02:01: Hallo, Tanya, wie schön, dass du hier bist und wir heute über dich
00:02:06: und deinen Dasein als Pflegemutter sprechen.
00:02:09: Du bist alleinerziehende Pflegemutter.
00:02:11: Seit einigen Jahren magst du vielleicht noch etwas selber zu dir sagen.
00:02:15: Dich haben wir kurz vorstellen.
00:02:17: Hallo, Steffen, vielen Dank, dass ich dabei sein darf.
00:02:20: Ja, ich bin alleinerziehende Pflegemama
00:02:23: und das Thema begleitet mich eigentlich auch schon mein ganzes Leben lang,
00:02:27: weil ich auch im Familienkreis mit Pflegekindern großgeborgen bin.
00:02:32: Das war schon immer im Plan,
00:02:35: zwar eigentlich nach den eigenen Kindern,
00:02:37: dann Pflegekinder aufzunehmen.
00:02:39: Dann hat es mit den eigenen einfach nicht so geklappt.
00:02:42: Und dann kam mein Aufdiss in Radio.
00:02:47: Das war bei uns in der Region ganz händeringend,
00:02:50: Pflegeeltern gesucht werden.
00:02:52: Und dann fehlts mir wie Schuppen vor den Augen.
00:02:55: Dann habe ich direkt am selben Tag noch mit dem Jugendamt angerufen
00:02:59: und bin in den Bewerberprozess gestartet.
00:03:02: In deiner Familie gab es, also war dieses Thema Pflegefamilien,
00:03:06: schon bekannt.
00:03:07: Magst du dann noch ein bisschen darüber erzählen, wie das so war?
00:03:11: Ja, meine Tante hatte Pflegekinder.
00:03:14: Wir sind immer sehr eng im Familienverband gewesen.
00:03:17: Meine Tante hatte einen großen Brauernhof,
00:03:20: also wirklich so ein bisschen die Ferien auf Bola Bü.
00:03:24: Und die sind auch schon sehr klein zu ihr gekommen.
00:03:29: Und ungefähr auch in meinem Alter gewesen.
00:03:32: Also der ältere war, also es war ein Geschwisterpaar.
00:03:35: Der ältere war, glaub ich, ein oder zwei Jahre älter als ich
00:03:38: und der jüngere dann zwei, drei Jahre jünger als ich.
00:03:41: Also ich hing genau dazwischen.
00:03:43: Er hatte auch noch drei leibliche Kinder
00:03:46: oder hat drei leibliche Kinder zu dem Zeitpunkt gehabt.
00:03:49: Und ...
00:03:50: Ja, das war ein riesen, riesen großes Patchwork-Familien-Konstrukt.
00:03:55: Auch unter uns Kursaus und Kusinen, Tantenonkel, also waren alle ...
00:04:01: ähm, sehr, sehr häufig immer zusammen.
00:04:04: Und ja, das gehörte einfach für mich und mein Leben dazu,
00:04:08: das Thema Pflegekinder.
00:04:10: Ich würde jetzt gleich ein bisschen switchen.
00:04:13: Du hattest diesen Anruf beim Jugendamt.
00:04:15: Und, ähm, du bist dann in die Vorbereitung eingestiegen.
00:04:19: Mhm.
00:04:20: Und ja, hast du das wahrscheinlich dann natürlich auch
00:04:23: Freunde, Familie, deinem Umfeld erzählt?
00:04:26: Wie haben die denn überhaupt darauf reagiert?
00:04:28: Ja gut, für meine Familie war es jetzt keine Überraschung, ne?
00:04:32: Das war ja, wie gesagt, immer im Plan.
00:04:35: Es ist aus dem Fokus bei mir rausgekommen aus ...
00:04:39: in während der Kinderwunschreise und auf ...
00:04:42: grundsätzlich, ne, wenn man so sein Leben ...
00:04:45: ähm, lebt, dann verliert man manche Sachen einfach aus dem Fokus raus
00:04:49: und dann irgendwann ...
00:04:51: auch nach diesem Aufruf im Radio ...
00:04:53: ich hab, wie gesagt, direkt beim Jugendamt angerufen,
00:04:56: hab das dann auch daheim mitgeteilt und ...
00:04:59: ja, das war einfach ... ja, das ... okay.
00:05:03: Hat keiner eine Frage gestellt.
00:05:05: Und, ähm ...
00:05:07: in meinem Freundeskreis ...
00:05:09: ja, da gab's dann ...
00:05:12: die Gebalteladung vorunter.
00:05:15: Was waren das für welche?
00:05:17: Ähm, ja, einfach ...
00:05:20: das, was so auch im allgemeinen Volksmund kursiert, ne?
00:05:24: Dass Fliegekinder grundsätzlich ...
00:05:27: ja, straffällig werden und schwieriger sind.
00:05:30: Und ja, einen Riefenrohksack am Sorgen mitbringen.
00:05:33: Natürlich ist das der Fall, ne?
00:05:35: Das Kind bringt seinen Rufsack mit Sorgen mit.
00:05:38: Aber auch da ...
00:05:40: kann man ja auch offen mit dem Jugendamt in die Kommunikation gehen
00:05:43: und viele Dinge einfach ausschließen für sich,
00:05:46: was man meint, nicht stemmen zu können oder nicht mittragen zu können.
00:05:50: Ähm, und dann gab's das Vorurteil, das große ...
00:05:54: dass die wiedergehen.
00:05:56: Ähm, also, weil einfach in der breiten Gesellschaft ...
00:05:59: äh, nicht der Unterschied zwischen Bereitschafts- und Dauervläge klar ist.
00:06:04: Und alle Leute oder ja, die meisten Leute beim Umfeld gingen einfach davon aus.
00:06:09: Das ist nur eine begrenzte ...
00:06:12: Familien-Situation.
00:06:14: Oder Mutterschaft dann in meinem Fall.
00:06:17: Und das Kind muss dann irgendwann wiedergehen.
00:06:20: Und dann muss man da auch in den Dialog gehen und sagen,
00:06:24: nee, es gibt da nicht nur die Bereitschafts-Wäge,
00:06:26: sondern auch die Dauervläge, wo die Kinder dann bleiben dürfen und sollen.
00:06:32: Genau, diese ganze Bandbreite an ...
00:06:35: an ja, auch teilweise an Missverständnissen, ne?
00:06:38: Das Video sagt das, dass teilweise über mich klar ist,
00:06:41: wie sind da überhaupt die Voraussetzungen so?
00:06:44: Ja, dann wurdest du vorbereitet.
00:06:46: Vom Jugendamt, wie war das so für dich
00:06:49: beim Vorbereitungs- und Bewerbungsprozess?
00:06:51: Was hast du eigentlich dann ...
00:06:53: Wissen, kannst du das ja auch schon?
00:06:55: Einfach auch durch deine ... - Nee.
00:06:57: ... geglichene Erfahrung.
00:06:58: Lacht dich jetzt mal, wie das zumindest wie das Leben so ist,
00:07:01: wie das Kind ist.
00:07:03: Was hast du denn Neues gelernt?
00:07:04: Ähm ...
00:07:05: Ja, dadurch, dass das für mich ja damals
00:07:08: einfach eine kindliche Erfahrung war
00:07:11: und ich die Kinder ja als ...
00:07:13: als so wie sie waren, respektiert, akzeptiert habe,
00:07:17: ähm, hab ich nie nach den Hintergründen großartig gefragt.
00:07:21: Ich frag, das fängt ja dann erst an, wenn man erwachsen ist.
00:07:24: Und dann ...
00:07:25: ähm ...
00:07:26: dann kommen da ja die schwierigen Themen auf den Tisch,
00:07:29: warum die Kinder herausgenommen wurden und so weiter und so fort.
00:07:33: Und, ähm, aber da auch mal von ...
00:07:36: von Jugendamtsseite.
00:07:37: Also klar, man füllt diesen umfangreichen Fragebogen aus.
00:07:41: Und, ähm, geht ja dann im Nachgang noch mal
00:07:44: mit dem Jugendamt in den Dialog.
00:07:46: Und bespricht diesen Fragebogen auch, das fand ich sehr, sehr wichtig.
00:07:50: Da einfach noch mal gezielt ...
00:07:53: angefragt zu werden,
00:07:54: wieso haben Sie die Frage jetzt so beantwortet,
00:07:57: wie Sie die beantwortet haben?
00:07:59: Und, ähm ...
00:08:01: ja, und auch die Seminare mit erfahrenen Pflegefamilien
00:08:05: sich austauschen zu können und mal zu hören,
00:08:08: ähm, was für Kinder stranden bei Pflegefamilien
00:08:12: und welche Sorgen und Probleme bringen Sie mit?
00:08:16: Und was kann vielleicht auch im Nachgang noch als, äh,
00:08:19: Diagnose mit auftauchen?
00:08:22: Und das sind so Dinge, ähm, mit denen beschäftigt man sich einfach nicht,
00:08:26: wenn man nicht mit dem Thema zu tun hat.
00:08:28: Habtest du dann auch Momente, wo du sagst,
00:08:31: ist das jetzt eigentlich wirklich das, was ich will?
00:08:33: Hab es Ängste, Zweifel oder ...
00:08:36: Ja, es gab natürlich Ängste und ...
00:08:38: Also Zweifel nicht, das kann ich nicht sagen, aber, ähm,
00:08:41: es gab schon, ja, Ängste auch nicht, aber Sorgen.
00:08:45: Ähm, gerade was das Finanzielle betrifft,
00:08:48: weil ich, ähm, hatte ein paar Jahre vorher ein Haus gekauft.
00:08:51: Und, ähm, als Alleinstehende ist das ja auch schon mal ein Kuhverfritt.
00:08:57: Und dann, ähm, von malem Vollzeitgehalt auf null runterzufahren,
00:09:02: wenn ich in Elternzeit gehe,
00:09:04: einfach weil man nicht Elterngeld berechtigt ist.
00:09:06: Und da muss man ja im Vorfeld von sich finanziell gewissermaßen
00:09:10: abschichern.
00:09:12: Und, äh, da habe ich 10.000 Mal nachgerechnet
00:09:16: und immer wieder Medikanten angeguckt.
00:09:18: Und jeden Euro umgedreht im Vorfeld, ne?
00:09:21: Weil man auch nicht wusste, ja, wann kommt denn der Anruf?
00:09:24: Und wann geht's jetzt los?
00:09:26: Ich war schon ...
00:09:27: sehr krasser Geistzeit.
00:09:29: In der Zeit ist mir selber gegenüber.
00:09:32: Ich hab mir einfach nichts mehr gegönnt,
00:09:34: weil ich dachte, jeder Euro, den ich sparen kann,
00:09:36: errettet mich später in der Elternzeit.
00:09:39: Und, ähm, aber auch da war für mich auch einfach klar,
00:09:42: wir müssen nur Petitionen starten.
00:09:44: Das Thema muss jetzt angegangen werden, das darf so nicht bleiben.
00:09:48: Weil, ähm, oder auch die finanzielle Unterstützung
00:09:50: von den Jugendämtern muss gegeben werden.
00:09:53: Das ist ja jetzt gerade glücklicherweise teilweise ein Undenkenstab, ne?
00:09:57: Dass man, dass einige Jugendämter
00:09:59: sogar schon älterngeldähnliche Zuschüsse zahlen.
00:10:02: Ähm, aber da muss ich auch politisch echt noch viel tun.
00:10:06: Ja, natürlich. Also, ich bin ...
00:10:09: Einerseits wird gesagt, wir suchen händeligend Pflegefamilien.
00:10:13: Äh, und man sagt, ja, auch alleinerziehende, ähm,
00:10:17: Pflegefamilien bereiten wir gerne vor, aber wie soll es gehen?
00:10:21: So, ne, du hattest, glaub ich, ein finanzielles Polster,
00:10:23: was dich dann überhaupt das ermöglicht hat.
00:10:26: Das hat ja gar nicht jeder.
00:10:27: So, ne? - Ja.
00:10:28: Und das ist dann natürlich schwierig, das überhaupt ...
00:10:31: Also, ich hätte dieses finanzielle Polster
00:10:34: in der Renovierungszeit definitiv brauchen können.
00:10:36: Also, ähm, aber das war wirklich ...
00:10:38: Ich hatte das immer im Auge und wusste, okay,
00:10:41: bis zu der Grenze kann ich jetzt noch hier
00:10:43: meine Renovierungsbezahlen.
00:10:46: Und, ähm, ab einem gewissen Punkt
00:10:50: war dann halt für mich ein Stopp.
00:10:52: Und da war dann, werd ich nicht so, Entscheidungen.
00:10:54: Renovieren wir jetzt das zweite Bad?
00:10:56: Oder gibt's bald ein Kind?
00:10:59: Und, ähm, die Entscheidung fiel grundsätzlich halt immer auf das Kind.
00:11:03: Und deswegen ...
00:11:05: Ja. (Lachen)
00:11:07: Ersteht die Renovierung vom Bad immer noch?
00:11:11: (Lachen)
00:11:12: Aber es war ja für was Gutes.
00:11:14: So, das kann man dann ja immer sagen.
00:11:17: Und so wie du es gerade sagst, oder spare ich das für das Kind,
00:11:20: was du ja noch überhaupt nicht kanntest.
00:11:23: Wo auch überhaupt noch unklar ist,
00:11:25: wann kommt ein Anruf, wie wird das sein?
00:11:28: Und irgendwann gab's ein Anruf.
00:11:30: Und dann hast du dann relativ schnell
00:11:32: auch dein erstes Pflegekind kennengelernt.
00:11:35: Ja. - Wie war das für dich?
00:11:37: Ich glaub, das war das auch regelmäßig
00:11:39: der erste Date meines Lebens.
00:11:41: (Lachen)
00:11:43: Ähm ...
00:11:45: Es war sehr, sehr schön, muss ich wirklich sagen.
00:11:49: Aber ich war das Todes aufgeregt.
00:11:52: Ähm, ich hatte seinerzeit, oder das Jugendamt,
00:11:55: hatte mir den Vorschlag, den Kindsvorschlag gemacht.
00:11:58: Und ich hatte dann halt ein Besprechungstermin im Jugendamt
00:12:02: und hab dann verschiedene Dinge erzählt bekommen von dem Kind.
00:12:06: Und, ähm ...
00:12:07: Und ab da ...
00:12:09: hatte ich Kontakt zu der Bereitschaftslegemama.
00:12:13: Und das Jugendamt hat sich da komplett zurückgezogen,
00:12:16: weil die auch gesagt haben, am besten kann wir Bereitschaftslegemama,
00:12:20: was zum Kind sagen.
00:12:21: Wenn sie sagen, das Bauchgefühl stimmt,
00:12:23: dann geben wir die Sache an und geben sie ums Rückmeldung.
00:12:27: Und dann hat die sich's treffen stattgefunden.
00:12:29: Und ich hatte auch meine Mutter noch mit dabei.
00:12:32: Ähm ...
00:12:33: Ja, weiß ich nicht.
00:12:36: Also, es war ...
00:12:38: Ich war einfach nur aufgeregt.
00:12:41: Ich hab mich nicht getraut.
00:12:43: Und ich bin der Bereitschaftslegemama so unfassbar dankbar.
00:12:46: Und die ist auch schon sehr erfahr,
00:12:48: die ist auch einem ehrlichem Alter wie ich.
00:12:51: Und wir haben uns auch direkt von Anfang an verstanden.
00:12:54: Und die war so offen und ist so offen auf mich zugegangen.
00:12:57: Und hab mich eingebunden und ich hab dann auch gesagt,
00:12:59: muss mir gibt's sagen, was kann ich machen und was nicht.
00:13:03: Ich wollte das Kind dann auch nicht aus dem Kinderwagen rausnehmen.
00:13:06: Das macht man ja nicht.
00:13:07: Ich glaub, das Kind kann es doch aus dem Kinderwagen nehmen.
00:13:11: Und er hat mir dann auch immer sehr einfühlsam
00:13:13: dann auch Signale gegeben mit,
00:13:15: jetzt würd ich an deiner Stelle mal das und das machen
00:13:18: und geb ihm doch mal dieses Spielzeug und ...
00:13:21: oder ...
00:13:22: Ich glaube, er ist jetzt so weit,
00:13:25: jetzt können wir ihn glaub ich rausnehmen.
00:13:28: Und das war ...
00:13:29: Natürlich kannte sie den kleinen wesentlich besser.
00:13:32: Und da bin ich dann auch froh, dass sie da so ...
00:13:35: mir zugewandt war und da so ...
00:13:38: den Kuppler gespielt hat.
00:13:40: Mhm, ja, das ist, glaub ich, ganz wichtig.
00:13:43: Ja, am Träumen, wenn das ...
00:13:45: wenn die Beziehung dazu der Bereitschaftspflegemutter stimmt,
00:13:48: dann ist das immer, glaub ich, viel leichter.
00:13:51: Ja, wir haben auch heute noch Kontakt.
00:13:53: Ich möchte die Person auch in meinem Leben nicht mal missen.
00:13:56: Ganz ehrlich nicht, wir sind da im sehr engen Austausch.
00:13:59: Das ist einfach ...
00:14:00: das ist eine Freundschaft raus entstanden, würd ich schon sagen.
00:14:04: Und dann ist das Kind dann bei dir relativ schnell eingezogen,
00:14:08: und dann ist das Kind dann bei dir.
00:14:09: Ja, wir haben nach dem ersten Treffen einfach mal
00:14:12: so ein Feedback-Gespräch gehabt mit einem Jugendamt.
00:14:15: Kann ich es mir vorstellen, ja oder nein.
00:14:18: Und ich hab dann halt ein klares Jahr abgegeben.
00:14:21: Und dann sind wir auch relativ zügig mit der Anwarnung gestartet.
00:14:26: Und dann gab es über ...
00:14:28: über den folgenden Monat einfach sehr viele intensive Treffen,
00:14:33: die wir dann auch zeitlich gesteigert haben.
00:14:36: Und ...
00:14:37: Ja, und dann ist dann irgendwann ...
00:14:39: Wir hatten dann immer überlegt, also, wir hatten grob ein Termin im Kopf.
00:14:43: Ja, dieser Termin, den wir da im Kopf hatten,
00:14:46: den haben wir dann aber irgendwann über den Haufen geschmissen,
00:14:49: weil wir einfach gesagt haben, dass wir gucken jetzt einfach,
00:14:53: wie das Kind das so verkraftet.
00:14:55: Und der war mir aber relativ schnell auch sehr zugewandt.
00:14:58: Und dann haben wir den Umzugstermin sogar nach vorne verlegen können.
00:15:02: Und, ja, aber sehr ...
00:15:04: Also, wirklich, einfach nur am Kind orientiert, alles terminiert.
00:15:10: Und dann ist es aber zu einer Situation gekommen,
00:15:14: dass es einen Gerichtstermin gab.
00:15:16: Mhm.
00:15:18: Und letztlich, dass Kind wieder zu der leiblichen Familie,
00:15:22: glaube ich, zurückgeführt wurde. - Ja, ja.
00:15:24: Mhm, magst du was zu erzählen, ohne jetzt irgendwie Zeit zu gehen?
00:15:29: Das brauchen wir jetzt an der Stelle, wir wollen gar nicht hören.
00:15:32: Wir haben ja ein Thema von Datenschutz,
00:15:34: aber wie ist es überhaupt zu dieser Situation gekommen?
00:15:37: Bustest du, dass es so einen Termin gab?
00:15:39: Ja, ja, den Termin pannte ich.
00:15:42: Und das wurde auch offen vom Jugendamt kommuniziert.
00:15:45: Aber das Jugendamt hat dieser Verhandlung einfach
00:15:48: wenig Bedeutung beigemessen.
00:15:50: Die waren sich ziemlich sicher,
00:15:52: dass es da nicht zu einer Rückführung kommt.
00:15:55: Allerdings haben sich da auch die Umstände so ein bisschen geändert,
00:16:00: bis zu diesem Zeitpunkt der Verhandlung,
00:16:03: sodass da der Familienverband von den leiblichen Eltern,
00:16:09: dass die sich da viel, viel mehr eingebracht haben,
00:16:12: als es im Vorfeld getan haben.
00:16:14: Und dann natürlich auch wieder eine Ressource geschossen haben,
00:16:18: um das Kind sicher aufwachsen lassen zu können.
00:16:21: Und dann war vom Richter die Entscheidung ganz klar,
00:16:25: der Kleine geht dann zurück.
00:16:27: Da besteht die Chance, dass sich was bessert.
00:16:30: Und das funktioniert dann auch beim Nachgang.
00:16:32: Und ja, dann wurde der Kleiner zurückgeführt.
00:16:38: Beziehungsweise vorerst halt in die Verwandtenpflege abgegeben.
00:16:44: Aber dadurch, dass die Mutter und die Großeltern und alle
00:16:49: sehr, sehr eng beieinander wohnen,
00:16:51: ja, und auch so eine Familienbande sind,
00:16:54: so wie eigentlich wie wir früher,
00:16:57: ist natürlich auch der Kontakt zur Mutter sehr eng jetzt.
00:17:00: Und ja, alles, was ich weiß, es geht eben sehr gut.
00:17:05: Und das war die richtige Entscheidung fürs Kind, definitiv.
00:17:08: Das hat mich damals extrem verletzt.
00:17:11: Und das war eine ganz, ganz harte Zeit,
00:17:14: auch die Zeit von der Verhandlung bis zum Abschied.
00:17:18: Und die Abschiedssituation an sich.
00:17:20: Eine der härtesten Geschichten in meinem Leben,
00:17:24: aber fürs Kind, zurückblickend die beste Entscheidung.
00:17:29: Wie kann man damit so eine Situation umgehen?
00:17:33: Ich glaube, das Kind war jetzt so ein, zwei, drei Monate bei dir.
00:17:37: Also eigentlich so, wo man denkt, das kommt jetzt langsam hier an.
00:17:41: Und du bist vielleicht gerade so, dass man denkt,
00:17:43: ich habe die erste Routine vielleicht halt Pflegemutter entwickelt.
00:17:48: Ja, du hast gerade schon gesagt, wie du durch so gefühlt bist,
00:17:51: aber ich kann es mir an der Stelle kaum vorstellen.
00:17:54: Es ist grundsätzlich schwierig, sich von einem Kind zu verabschieden klag.
00:17:59: Ich denke, das geht Bereitschaftsfamilien auch so.
00:18:02: Und ich, auch da, man windet sich immer individuell an die Kinder.
00:18:07: Entweder es passt direkt oder man ist ein bisschen distanzierter,
00:18:13: also gerade bei den Bereitschaftsfamilien.
00:18:16: Nicht jedes Kind ist gleich und nicht jedes Kind kommt gleich an.
00:18:19: Dann kommt es ja auch immer so ein bisschen auf die Dauer an,
00:18:22: dass das Kind verbleibt.
00:18:24: Da bin ich wirklich dankbar, dass es nur in Anfangsstrichen
00:18:27: die paar Monate waren, weil alles andere wäre für mich noch
00:18:30: viel härter gewesen.
00:18:32: Und als Dauerpflegemama gehst du ja auch ganz anders an das System heran.
00:18:36: Du bist ja der festen Überzeugung, dass das Kind verbleibt.
00:18:39: Und als Bereitschaftsmama weißt du ja, die Kinder gehen irgendwann wieder.
00:18:44: Und das alleine, glaube ich, macht was in einem drin,
00:18:47: wenn man da aus dieser Illusion so rausgerissen wird.
00:18:51: Und auch da bin ich meiner Mutter sehr dankbar.
00:18:55: An dem Tag, als der Kleiner abgeholt wurde,
00:18:58: war sie dann auch direkt morgens da
00:19:00: und hat mich durch die Situation begleitet und gehalten.
00:19:04: Also, ich glaube, ohne meine Familie hätte ich das schlechter verkraftet.
00:19:10: Ja, das wäre jetzt so die Frage gewesen.
00:19:14: Wer hatte denn halt gegeben in dieser Zeit deine Familie?
00:19:18: Und das war wahrscheinlich dann auch die Personen,
00:19:23: die dir dann auch die Stärke gegeben haben, zu sagen, okay,
00:19:26: also, man könnte jetzt an der Stelle sagen, so, das war jetzt
00:19:29: ein Versuch, der hat mich jetzt gerade viel Kraft gekostet.
00:19:33: Ich lass es bleiben.
00:19:35: Das hätte man ja, wäre ja vielleicht eine Idee.
00:19:37: Das war aber nicht deine Idee.
00:19:38: Du wolltest sagen, okay, wir machen einen zweiten Versuch.
00:19:43: Und dann fangen noch mal neu an.
00:19:47: Wie ist es dazu gekommen?
00:19:48: Hat das lange gebraucht, da überhaupt wieder drüber nachdenken zu können?
00:19:53: Mein Sachverarbeiter hat, also mein zuständiger Sachverarbeiter,
00:19:58: hat einen kleinen Jähriger morgens hier abgeholt.
00:20:00: Und der Kleine hat mit meiner Mutter an der Küche gespielt.
00:20:06: Und ich hatte eben noch so einen kleinen Karton gepackt
00:20:09: mit seinen wenigen Hapsählichkeiten.
00:20:14: Und noch mal so eine Art Anleitungsbrief für die Familie,
00:20:21: in die er dann zurückgeführt wurde, was zu seinen Routinen sind,
00:20:25: was er mag, was er nicht so gerne mag.
00:20:27: Nur, dass er damit dann möglichst reibungslosem Staat hat.
00:20:30: Den hat der Sachverarbeiter sich natürlich im Vorfeld durchgewebt.
00:20:35: Der geht mir nicht einfach in einen Schreiben meiner Familie ab.
00:20:39: Und danach, also, er hatte auch echt Tränen in den Augen.
00:20:44: Und hat dann auch direkt gesagt, haben wir sich jetzt verloren.
00:20:49: Und dann habe ich gesagt, definitiv nicht.
00:20:52: Nee, das Thema ist für mich noch nicht durch.
00:20:55: Also, das war von vornherein klar, dass ich da nicht aussteige,
00:20:59: weil der Platz im Herzen ist einfach da.
00:21:04: Und ich brenne so sehr vor dieses Thema.
00:21:07: Und ja, das war für mich nicht beendet, definitiv nicht.
00:21:11: Mhm.
00:21:13: Wir gingen's dann weiter.
00:21:15: Mit vielen Tränen.
00:21:17: (Lachen)
00:21:18: Ja, theoretisch hätte ich ja am nächsten Tag auch wieder arbeiten müssen.
00:21:22: Die Elternzeit war ja mit der Herausnahme des Kindes beendet.
00:21:26: Und auch da bin ich meiner Chefin so unfassbar dankbar,
00:21:29: dass sie mich da so verständnisvoll begleitet hat.
00:21:35: Und auch ganz klar gesagt, ne, die Zeit, die du brauchst.
00:21:39: Ich kann mir vorstellen, du bist jetzt nicht in der Lage,
00:21:43: mal wieder am Montagsmorgens im Büro zu sitzen.
00:21:46: Und ja, ich hab mich dann auch krank schreiben lassen,
00:21:50: solange, wie ich es halt brauchte.
00:21:53: Und war dann auch mit meiner Chefin immer wieder im engen Austausch.
00:21:57: Und hier hat er immer wieder sich erkundigt, wie es mir geht.
00:22:00: Das war schon ... Da bin ich unfassbar dankbar für viele Menschen,
00:22:04: die mich in der Zeit einfach mit viel Verständnis aufgefangen haben.
00:22:09: Ja, und dann ging es weiter.
00:22:12: Das Jugendamt hat sich weiterhin auf dem Schirm gehört,
00:22:15: so wie du es auch gesagt hast.
00:22:17: Und dann gab es, glaube ich, noch einen zweiten Anruf.
00:22:20: Genau. - Und das war auch sehr spontan,
00:22:23: die ganze Situation, ne?
00:22:25: Ja, dreieinhalb Monate später, ja.
00:22:29: Dann haben der nächste Anruf ...
00:22:32: Das war eine Ausschiffsbelegung.
00:22:35: Also, es war ein Kremdjugendamt,
00:22:37: der mir angefragt hatte bei meinem Heimatjugendamt.
00:22:40: Die haben Hände, Ringen, Nachpflege, Familie gesucht
00:22:43: für zwei Kinder.
00:22:44: Und ...
00:22:47: wovon ich dann eins nehmen sollte.
00:22:50: Und ja, das ging dann auch hopp, hopp, der Anruf kam.
00:22:54: Ich war zu dem Zeitpunkt im Dienst.
00:22:57: Und der Anruf kam rein.
00:23:00: Und ...
00:23:01: eine Stunde später war das Kind schon da.
00:23:04: (Sie lacht.)
00:23:06: Hast du ja auch schon im anderen Vortkaser,
00:23:09: als du jetzt geredet hättest, wie?
00:23:11: Es ist eine Stunde später da. - Ja.
00:23:13: So, ja ...
00:23:14: das musste dann wahrscheinlich irgendwie dringend
00:23:17: aus der Familie rausgenommen.
00:23:19: Und es war aber klar, dass wir in Dauerpflege gehen.
00:23:21: Aber es war schon sehr ... also, komplett ad hoc.
00:23:24: Wie hast du einen Übler auf reagiert?
00:23:27: Du hattest ja überhaupt nicht mal irgendwie Möglichkeiten,
00:23:30: dich darauf vorzubereiten.
00:23:32: Du hast auch das Kind nicht gesehen.
00:23:34: So vorher. - Ich hatte das nicht.
00:23:36: Das war schon echt eine Hausennummer, muss ich wirklich sagen.
00:23:39: Ich hab seinerzeit, wie gesagt, ich war im Dienst.
00:23:43: Ich war im Homeoffice.
00:23:44: Und mein Homeofficeplatz hier zu Hause war noch nicht wieder eingerichtet.
00:23:48: Weil die Materialien von meinem Arbeitgeber
00:23:51: erst wieder bereitgestellt werden mussten.
00:23:53: Das heißt, ich war in so einer Übergangs-Homeoffice-Situation.
00:23:57: Und weil mein Büro hier oben dann ja noch nicht ausgestattet war
00:24:00: von meinem Arbeitgeber, hab ich behelfen,
00:24:03: ich war bei meinen Eltern im Büro, gesessen an deren PC.
00:24:06: Und ja, dann kam dieser Anruf rein.
00:24:09: Und ich sagte nur, also, man bekam dann einiges an ...
00:24:13: an ...
00:24:15: Informationen zum Kind, zu der Herkunftsfamilie und so weiter.
00:24:20: Und dann ...
00:24:21: hier ist ja das Kind muss sofort untergebracht werden.
00:24:25: Und ich fragte, was heißt so, was ist das?
00:24:29: Ich fragte, was ist das?
00:24:31: Ähm ...
00:24:32: Und ich fragte, was heißt so fuck?
00:24:34: Wie lange hab ich denn Zeit?
00:24:36: Ja, ja, nicht so lange, ne?
00:24:38: (Lachen)
00:24:39: Ähm, und ich hab dann ...
00:24:42: ich sagte, ich muss noch ein paar Sachen regeln.
00:24:46: Ich geh mal kurz in mich, bis ich zusage.
00:24:49: Und muss das mal kurz mit Mara Shephen abgrehen.
00:24:52: Und dann ...
00:24:53: würde ich mich noch mal melden.
00:24:55: Und dann, also, der Anruf kam um halb drei.
00:24:58: Und dann hab ich, bin ich aufgestanden.
00:25:00: Und war völlig unter Schock.
00:25:02: (Lachen)
00:25:03: Und bin zu meinen Eltern ins Wohnzimmer.
00:25:06: Und da war ich hier, warteten zehn Monate, alter Junge.
00:25:09: Den möchte ich eins zu Hause haben.
00:25:11: Nehmen wir den.
00:25:13: Und meine Mutter war sofort Feuer und Slammer.
00:25:16: Und eher klar, was überlegst du denn da noch?
00:25:19: Und ja, hab ich dann so ein paar Randgeschichten erzählt.
00:25:22: Und ...
00:25:23: ganz auch da aber eigentlich hab ich ein gutes Bauchgefühl.
00:25:28: Und dann war ...
00:25:29: dann war's auch relativ schnell klar,
00:25:31: dann hab ich meine Schessel angerufen und sagte,
00:25:34: ich bin dann jetzt wieder in der Elternzeit.
00:25:36: Und die hat dann im Hintergrund einiges geregelt.
00:25:40: Und dann hab ich um ...
00:25:42: ich glaub, um vier ...
00:25:44: um vier beim Jugendamt angerufen nach dem Tag zum vier.
00:25:47: Und hab gesagt, ja, sie können das Kind bringen.
00:25:50: Und um ...
00:25:51: 17.30 stand er dann ...
00:25:53: oder, Viertel nach fünf, ja,
00:25:55: stand er dann hier bei mir zu Hause.
00:25:58: In seinem Kind, also ...
00:26:00: Und wie war dieses erste Kennenlernen dann so?
00:26:04: Das ist ja dann ...
00:26:06: Plastischerweise hat man sowas wie ein Blinddate.
00:26:08: Man sieht das Kind vielleicht mal aus der Ferne,
00:26:11: das ist dann vielleicht bei der Bereitschaftspflegemutter.
00:26:14: In der Wohngruppe, wo man dann einfach mal
00:26:16: von zehn Meter Entfernung mal guckt,
00:26:18: und dann schaut, könnte das dann irgendwie was sein.
00:26:21: Und danach lernt man sich kennen.
00:26:23: Bei dir war's jetzt so, das Kind ist ...
00:26:25: Zack, hier bei dir zu Hause.
00:26:27: Wie war dieser erste Moment?
00:26:29: Ähm ...
00:26:32: auch da war meine Familie mit anwesend.
00:26:34: Also es war irgendwie ...
00:26:36: die Sachverarbeiterin, die zuständige, hatte leider wenig Zeit,
00:26:40: weil es war ja auch schon sehr spät.
00:26:42: Und da ging es auch noch um die Unterbringung des Geschwisterkindes.
00:26:46: Die musste ja auch noch ...
00:26:48: erledigt werden.
00:26:50: Und ...
00:26:52: ja ...
00:26:54: Ich find das immer wieder interessant,
00:26:57: oder ich hab's jetzt ganz oft festgestellt,
00:26:59: auch bei anderen Fliegefamilien, der Blick der Kinder,
00:27:02: ähm ...
00:27:03: wenn sie ankommen.
00:27:04: Das ist wirklich wie so ein Reh im Scheinwerferlicht.
00:27:07: Die haben Angst, die wissen nicht, was passiert hier mit mir.
00:27:10: Wer sind die ganzen Flammten?
00:27:12: Also man sieht den Kindern wirklich ...
00:27:14: Also das zeichnet die Kinder, gerade in den ersten Tagen.
00:27:17: Und ...
00:27:18: ähm ...
00:27:20: ich find's immer sehr interessant,
00:27:22: wenn man so Fotos sieht, von ...
00:27:24: die Kind gerade angekommen und zwei Tage später.
00:27:27: Ähm ...
00:27:28: Wenn der Gesichtsausdruck sich so ein bisschen gelöst hat.
00:27:31: Und das war bei ihm auch so. Er hat wirklich ...
00:27:33: Ja, ich glaube, er hat Angst gehabt.
00:27:35: Einfach nur Angst.
00:27:36: Und was passiert hier gerade mit mir?
00:27:38: Und wo bin ich hier? Und wer sind die ganzen Leute?
00:27:41: Und ja, so ein kleiner kann das natürlich ja nicht ...
00:27:44: kommunizieren.
00:27:45: Oder schlecht kommunizieren, klar.
00:27:47: Und dann ...
00:27:49: Und dann hab ich eben die Jacke ausgesogen
00:27:51: und ihn aus dem Kindersitz rausgenommen,
00:27:53: also dann anfängt zu weinen.
00:27:55: Und ähm ...
00:27:56: Und dann war aber auch sehr schnell die Situation da,
00:27:59: dass er sich vom Jahr hat trösten lassen
00:28:01: und äh ...
00:28:02: auf die Nähe zu mir gesucht hatten.
00:28:04: Dann dachte ich ja, dann soll's sein, ne?
00:28:07: Das war für mich dann irgendwie ...
00:28:09: das Signal, okay ...
00:28:11: ähm, er fühlt sich hier sicher.
00:28:13: Oder er vertraut mir in gewisser Weise.
00:28:16: Und dann ist das jetzt auch nicht falsch, dieses Kind zu nehmen.
00:28:19: Und ähm, er war aber leider ...
00:28:21: zu dem Zeitpunkt, als er hier eingezogen ist, sehr krank.
00:28:24: Ähm ...
00:28:26: Und wir mussten am nächsten Tag direkt ...
00:28:28: auch stationär aufgenommen werden.
00:28:31: Ich find, am nächsten Morgen direkt mit ihm ins Krankenhaus zu fahren.
00:28:35: Und ähm ...
00:28:36: oder erst mal zum Kinderarzt,
00:28:38: um dann eine Einweisung zu bekommen, dann ins Krankenhaus.
00:28:41: Und ähm, sowohl beim Kinderarzt,
00:28:43: als auch im Krankenhaus,
00:28:45: wurde mir von allen Ärzten und allen Krankenschwestern
00:28:48: und Helferinnen ...
00:28:50: die waren völlig perplex, weil ich gesagt hab,
00:28:52: er ist mir gestern Abend um kurz oder um halb sechs gebracht worden.
00:28:56: Ich kenn das Kindheit auch noch nicht, ne?
00:28:58: Ähm, und die waren alle total perplex, weil ich gesagt hab,
00:29:01: nee, das sieht man nicht.
00:29:03: Das sieht aus, als wäre der schon ewig an sie gebunden.
00:29:07: Und ich glaube einfach, er hat gemerkt,
00:29:10: er hat sehr schnell gemerkt, ähm ...
00:29:12: dass ich zuverlässig bin und ...
00:29:15: äh, ihn jetzt nicht im Stichschlasse mit seiner Sorge.
00:29:19: Ja.
00:29:20: Und ähm, ich denke, das war schon viel wert.
00:29:22: Dass er da so schnell Vertrauen gefasst hat
00:29:25: und das viel hatte ...
00:29:27: ähm, mir wird hier geholfen.
00:29:29: Hm.
00:29:30: Also, das war das dann für dich dann auch eine Erleichterung,
00:29:34: zu sagen, okay, ich nehme ihn so.
00:29:37: Mhm. - Ähm.
00:29:38: Ja, das sah von Anfang an einfach gepasst.
00:29:40: Und da, auch da hatte ich immer das Gefühl, ähm ...
00:29:44: Ja, wer weiß, vielleicht war das andere Kind
00:29:46: einfach nur der Platzhalter,
00:29:48: weil nicht dieses Kind hier wesentlich dringender gebraucht hat.
00:29:52: Ja, ist ein schöner Gedanke.
00:29:54: Auf jeden Fall.
00:29:55: Wie waren dann so die erste Zeit,
00:29:57: nachdem es nun aus dem Krankenhaus wieder rausging,
00:30:00: da ist ja immer noch viele Sachen,
00:30:02: die für dich irgendwie noch erledigt werden mussten,
00:30:05: wahrscheinlich noch irgendwelche Reste,
00:30:07: dass du überhaupt jetzt wirklich in Elternzeit gehen konntest
00:30:10: und ihr euch überhaupt irgendwie ...
00:30:12: einleben könnt.
00:30:13: Und irgendwie eine Verbindung aufbauen könnt.
00:30:16: Wie war diese Zeit?
00:30:18: Es war eigentlich eine sehr intensive Zeit, alleine dadurch, dass er sehr lange, sehr
00:30:25: akuzant war.
00:30:26: Also das erste halbe Jahr waren wir nur mit seiner Krankheit beschäftigt.
00:30:31: Aber trotzdem, es war, als wäre er schon immer da gebeten.
00:30:38: Es war nicht so, dass wir uns erst aneinander hätten gewöhnen müssen.
00:30:41: Es war wirklich wie ein Kopf, Sprung ins Wasser und für uns alle beide.
00:30:49: Und, keine Ahnung, liebe auf den ersten Blick, das muss ich wirklich sagen.
00:30:54: Und das ist ja auch selten, dass Pflegeeltern das erleben.
00:30:57: Natürlich muss man sich aneinander gewöhnen.
00:30:59: Aber ich habe irgendwie das Gefühl alleine dadurch, dass er mir so viel Vertrauen entgegen
00:31:04: gebracht hat.
00:31:05: Er hat es mir auch sehr, sehr leicht gemacht, muss ich wirklich sagen.
00:31:08: Also emotional sehr leicht.
00:31:09: Also das war schon ein sehr, sehr hartes, starkes.
00:31:13: Er hat mich sehr, sehr herausgefordert und weit über meinen Limit hinaus gebracht.
00:31:18: Also über meine Belastungsgrenzerien aus.
00:31:21: Und das war so ein Hausnummer.
00:31:24: Aber wir haben das gemeinsam durchgestanden.
00:31:27: Das hat uns zusammen beschmiedet.
00:31:29: Und ja, ich habe jetzt eine Bescheid, die Pflegemutter letztens so schön sagt, bei einem
00:31:36: Treffen auch gemeinsam mit den zuständigen Sachbearbeiter zwischen die beiden, hast
00:31:41: kein Plattpapier.
00:31:42: Also das merkt man schon.
00:31:44: Diese erste Zeit gab es so besondere Situationen, vielleicht so kleine Erfolge oder vielleicht
00:31:51: aber auch kleine Hürden, die dann gemeistert wurden, die dir so in besonderer Erinnerung
00:31:55: geblieben sind?
00:31:56: Ja, also in erster Zeit war wirklich die Krankheit im Fokus.
00:32:01: Und das war so, ich glaube, als wir das überstanden hatten, war für mich auch mal ein Aufatmen
00:32:07: möglich.
00:32:08: Und wir hatten leider am Anfang keine Besuchskontakte zu der Mutter, eben auch weil er so akut krank
00:32:18: war und das am Anfang einfach nicht funktionierte.
00:32:21: Da konnte ich das auch noch nachvollziehen.
00:32:22: Aber in der Zeit danach hätte ich mir gebünscht, dass wir mal so langsam gestartet wären,
00:32:29: weil die Mutter auch regelmäßig nachgefragt hatten.
00:32:32: Also es wurde so ein bisschen ausgebremst auch von Jugendamt, was ich im Nachhinein wirklich
00:32:38: schade finde, weil ich habe einen sehr, sehr guten Kontakt zu der Mutter und wir begegnen
00:32:46: uns mehr oder weniger auf Augen.
00:32:47: Also was das Kind begeht auf Augenhöhe und wissen wir ziehen dann einem Strang und das
00:32:52: ist Scham.
00:32:53: Also wir schüren tatsächlich eine sehr vorbildliche Beziehung zueinander, alle miteinander.
00:33:02: Und da hat man uns einfach, also der Start wurde soweit nach hinten gelegt, das hätte
00:33:10: man so ein bisschen früher angehen können.
00:33:14: Das finde ich schade.
00:33:15: Das war so meine einzige Hürde, die ich so hatte.
00:33:21: Und ich war auch sehr aufgeregt, weil diese Mutter für mich einfach nicht greifbar war.
00:33:26: Ich wusste nicht, was für eine Person es war.
00:33:28: Also ich finde es halt einfach schwierig, wenn man anhand von einem Schriftstück eine
00:33:34: Person versucht einzuschätzen, die man in seinem Leben noch nie gesehen hat.
00:33:38: Und das über ein solange Zeitraum.
00:33:39: Ich musste auf dem Kind gegenüber irgendwie die Mutter kommunizieren und da war für mich
00:33:48: keine Person greifbar.
00:33:49: Das war zwingend für mich an, leichter zu werden, als ich wie dann mal gesehen hatte
00:33:55: und auch eine wahre Person vor Augen hatte, die ich dann in den Nachgang auch wieder hier
00:34:01: zu Hause erklären konnte.
00:34:03: Ich finde das schön, wie positiv du über die Mutter von deinem Pflegesohn sprichst.
00:34:10: Ihr habt jetzt wahrscheinlich Besuchskontakte oder wie ist das gelegelt bei euch?
00:34:15: Ja.
00:34:16: Wie verlaufen die so?
00:34:17: Was macht ihr?
00:34:19: Ja, also wenn es wetter schön ist und eher nicht so wie jetzt im Moment an normalerweise
00:34:24: treffen wir uns auf dem Spielplatz und verbringen dann eine Zeit lang miteinander, das Kind
00:34:31: spielt und geht natürlich auch in Interaktion mit ihr, aber genauso auch mit mir.
00:34:37: Also es funktioniert sehr gut im Dreieck zwischen uns und wir haben dann auch einen sehr, sehr
00:34:45: schwierigen Austausch.
00:34:46: Ich erzähle dann immer, was in der Zwischenzeit passiert ist, was im Kindergarten passiert
00:34:50: ist, was er alles gelernt hat, wo wir gerade was hervorhaben, die nächste Zeit und so weiter
00:34:56: und so fort, so verschiedene Meilensteine und dann sprechen wir auch oft, was jetzt so
00:35:01: aktuell bei ihr ansteht.
00:35:03: Also ja, das ist ein ganz normales Gespräch auch wie unter Bekannten.
00:35:12: Wenn man sich so auf der Straße trifft oder mal zum Kaffee trifft und das ist eigentlich
00:35:19: auch ein sehr schönes Signal an das Kind, dass es zwischen uns beiden so gut funktioniert
00:35:25: und dass wir einfach da in einem sehr engen und offenen Austausch auch sind, was ihnen
00:35:30: angeht.
00:35:31: Was glaubst du, hat dazu geführt, dass ihr so eine gute Saisonungsverhältnisse habt?
00:35:37: Ich weiß es nicht.
00:35:38: Beim ersten Besuchskontakt waren wir vor dem zuständigen Sachbearbeiter auf dem Spielblatt
00:35:44: angekommen.
00:35:45: Sie ist noch relativ jung, hatte sich noch eine Freundin mitgebracht.
00:35:50: Ich denke, sie hatte auch so ein bisschen Schiss vor der ersten Situation.
00:35:54: Sie kannte mich ja auch nicht und hatte ja auch keine greifbare Person.
00:35:59: Ich denke, sie hatte auch ein bisschen Angst vor der Situation, was jetzt passiert.
00:36:03: Sie hatte das Kind schon seit über einem Jahr nicht gesehen.
00:36:07: Ich denke, das war für sie auch eine sehr angespannte Situation.
00:36:13: Dann hatte ich einfach dafür dürfen es ihr diese Anspannung zu nehmen und bin offen
00:36:17: auch sie zugegangen und habe gesagt, hey, ich bin die Tanya.
00:36:20: Wie sieht es aus?
00:36:22: Sollen wir uns beim Vornamen nennen und vorerst mal sie sagen und wie geht es ihnen und
00:36:29: keine Ahnung.
00:36:30: Und dann hatte ich auch direkt gesagt, ich möchte nur direkt klarstellen, das ist hier
00:36:35: kein Gegeneinander.
00:36:36: Ich gehe, sind beide die Mama von einem Kleinen und wir müssen an einem Strang ziehen.
00:36:41: Hier geht es einfach nur darum, dass es dem Kleinen gut geht, dass er eine gute Zeit
00:36:44: mit ihnen hat, eine gute Zeit mit mir und dass er einfach merkt, wir beide handeln
00:36:49: Hand in Hand und haben immer nur den Fokus, dass es ihm dabei gut geht.
00:36:54: Und dann merkte man, wie sich in ihrem Gesicht auf die Anspannung löste und sie hat mich
00:36:57: dann angewächelt und hat dann gesagt, okay.
00:37:01: Und hat ihren Vornamen genannt und ab da war alles prima.
00:37:06: Ich habe dann einfach gefragt, wie es ihr gegangen ist und wie das so gewesen ist,
00:37:11: wie die Kommunikation im Vorfeld mit dem Jugendamt war, was vorher zuständig war und habe
00:37:19: zu erzählt, was im vergangenen Jahr passiert ist.
00:37:21: Ich hatte dann natürlich auch viel zu erzählen.
00:37:24: Ich musste eher mehr oder weniger oder hatte das Bedürfnis, ihr dann Informationen zu liefern,
00:37:29: was mit ihrem Kind so passiert ist in der vergangenen Zeit.
00:37:32: Und dann haben wir noch zum Weile gespielt und dann war es auch schon vorbei.
00:37:37: Und dann haben wir uns auf den nächsten Kontakt gefreut.
00:37:40: Und ich finde einfach, also beim nächsten Kontakt hat man auch einfach gesehen, sie kam
00:37:46: auf den Spielplatz, auf wieder auf den gleichen Spielplatz und in dem Moment, als er mich
00:37:51: gesehen hat, hat sie gelächelt und dann dachte ich, es funktioniert.
00:37:55: Ja, das Eis war gebrochen.
00:37:57: So hast du in einem anderen Podcast auch so ein bisschen darüber gesprochen, dass sie
00:38:04: das Kind ja freiwillig, also letztlich, freiwillig in Pflege gegeben hat und das so ein sehr
00:38:12: mutiger Schritt ist, was ich auch finde.
00:38:15: So und das fand ich ein tolles Statement von dir, das anzuerkennen.
00:38:21: Danke.
00:38:22: Es gibt auch keine schwierige Rennschildung, oder?
00:38:26: Und sein Kind abzugeben und sich selber einzugestehen, man ist nicht in der Lage, sich gerade adäquater
00:38:32: um dieses Kind zu kümmern.
00:38:33: Ich denke, es gibt für niemanden einen schwierigeren Schritt.
00:38:37: Und diesen Bewusst dann zu gehen, ist einfach, da ziehe ich wirklich meinen Hut vor, weil
00:38:44: es ja auch extrem viel Überwindung kostet und das ja auch alleine die Trauer hinterher
00:38:50: dann nicht mehr die Kinder zu haben.
00:38:52: Da geht man ja auch als Mutter durch die Hölle und dann auch nicht so wissen, wie geht es
00:38:58: den Kindern, weil man keine Besuchskontakte hat und die Kinder nicht sieht und keine richtige
00:39:03: Rückmeldung hat.
00:39:04: Also das wird schon einiges mit ihr gemacht haben und ja, ich kann das wirklich nur anerkennen,
00:39:13: weil ich weiß, ich weiß, sie liebt ihre Kinder und sie hatte einfach selber keinen guten Start
00:39:20: ins Leben und hatte keinen Rückhalt.
00:39:22: Und wenn ich an meine eigene Kindheit zurück denke, die wirklich wie aus der Feder von Astrid
00:39:28: Lindgren war, dann, ich finde es einfach schade.
00:39:34: Und jeder hat die Möglichkeit so aufzuwachsen, wie ich aufgewachsen bin und ich möchte sie
00:39:40: da auch nicht, ich möchte das einfach weiterhin auf Augen rüberhalten.
00:39:45: Ich werde das weiterhin anerkennen und jeder agiert im Rahmen seiner Möglichkeiten und
00:39:51: da Hand in Hand mit ihr zu arbeiten ist mir extrem wichtig.
00:39:55: Wie ist das heute bei deinem Pflegesohn?
00:40:00: Versteht ihr denn eigentlich, wer die leibliche Mama ist?
00:40:05: Also wie hast du es ihm erklären können?
00:40:08: Wie alt ist er jetzt eigentlich gerade?
00:40:09: 3 ist er jetzt.
00:40:10: 3.
00:40:11: Ja.
00:40:12: Wie kann man am 3-jährigen erklären, wer diese Person ist, die wir ab und zu treffen
00:40:18: und die auch Mama benannt wird?
00:40:20: Ganz schön schwer.
00:40:21: Ja, es ist schon schwer, das muss ich auch sagen.
00:40:23: Und das war am Anfang besonders schwer, wie ich ja gesagt habe, wenn man da keine Person
00:40:27: greifen kann und nicht sagen kann, hey, wir fahren zu der Mama X, Y und spielen ein bisschen
00:40:36: mit ihr.
00:40:37: Ja, es ist schwer und ich glaube, er versteht es auch noch nicht so richtig.
00:40:43: Er versteht es halt im Rahmen seiner Möglichkeiten auch.
00:40:45: Und wie gesagt, er ist ja erst 3.
00:40:49: Ich versuche immer zu erklären, dass er bei dieser Mama im Bauch war.
00:40:56: Ich sage, sie hat ihn mir gegeben, weil sie wusste, dass ich mir so sehr so einem kleinen
00:41:04: Jungen gewünscht habe wie ihn.
00:41:09: Und weil sie wusste, dass ich ihn ganz kurz bei lieb habe und deswegen hat sie ihn mir
00:41:14: gegeben und dass sie ihn aber genauso lieb hat, aber sich in dem Moment nicht so gut
00:41:23: kümmern konnte.
00:41:24: Aber das Kind gerecht verpacken ist schon sehr, sehr schwierig.
00:41:27: Aber das funktioniert halt immer mal wieder so ein bisschen in Miss Press-Verlauf, weil
00:41:32: wir auch ein Poto von ihr hier haben.
00:41:35: Also das kommt immer mal wieder ins Gespräch mit aufgenommen und auch wenn wir Besuchskontakte
00:41:40: haben, dann gehe ich natürlich vorher in den Dialog mit ihm und dann fragt er auch immer,
00:41:47: warum bin ich bei dir eingezogen?
00:41:48: Und dann, das ist immer so die Einstiegsfrage oder manchmal fragt er uns auch abends beim
00:41:53: Kuscheln im Bett nach dem Vorlesen oder so, wenn dann irgendwie eine Familienkonstellation
00:42:00: in irgendeinem Buch ist, die anders ist als unsere.
00:42:03: Und dann kommt er dieses Thema immer wieder auf und dann versuche ich auch ihm gegenüber
00:42:09: immer wertschätzend über seine Mutter zu sprechen, weil alles andere ist ja auch kontraproduktiv.
00:42:16: Definitiv.
00:42:17: Und löst ein Loyalitätskonflikt aus, das muss ja nicht sein.
00:42:22: Ich finde es stöhnt, dass er so viel fragt.
00:42:24: Das ist ja einfach ein gutes Zeichen.
00:42:26: Und dann ist es wichtig, dass man in diesen Fragenstellen auch bestärkt, würde ich sagen.
00:42:33: Ja, das war mir auch immer wichtig, ihm einfach den Signal zu geben, dass das Thema hat immer
00:42:39: einen Platz hier und da ist immer Raum für da und das nicht auszubeigen.
00:42:43: Weil ich denke, das fördert eher, wie ich eben schon gesagt habe, ein Loyalitätskonflikt
00:42:49: bei dem Kleinen, dass er dann irgendwann das Gefühl hat, er muss sich entscheiden,
00:42:55: aber das muss er ja nicht.
00:42:56: Er hat uns beide und das wird auch so bleiben.
00:42:59: Wie nennt er dich denn?
00:43:03: Bist du Mama oder?
00:43:05: Ja, ich bin Mama.
00:43:06: Weißt du noch das erste Mal, wo du diese vier Buchstaben gehört hast?
00:43:13: Wahrscheinlich ja, ne?
00:43:14: Am Muttertag.
00:43:15: Oh, jetzt sehen wir doch mal die Geschichte.
00:43:17: Das war für mich so aufregend.
00:43:20: Mein erster Muttertag und ich war so, also eigentlich total bescheuert, aber man ist so,
00:43:26: da wurde mir das erst mal wieder bewusst.
00:43:27: Ich bin tatsächlich Mama jetzt und der Weg dahin war so lang und so steinig und wie
00:43:35: viele Freuden träden, ich an diesem Tag vergrossen habe und dann saß er hier im Wohnzimmer und
00:43:43: hat mich so aus, ja, irgendwann halt gerufen Mama und dann, das ist das doch nicht wahr
00:43:51: weil mein erstes Mama an Muttertag.
00:43:54: Ja.
00:43:55: Ja, es war ein schöner Moment und auch heute noch, flecht mich das immer wieder, dass
00:44:03: ich einfach denke, es ist unfassbar, wie lange das gedauert hat, Mutter werden zu dürfen
00:44:10: und wie sehr ich mir das gewünscht habe und ich kann es immer noch nicht glauben, dass
00:44:14: ich tatsächlich Mutter bin, sondern so ein unfassbar tollen Kind.
00:44:18: Ich bin einfach nur dankbar.
00:44:21: Dass du Pflegemutter bist, das bist du, hast du eben schon gesagt, du brennst für
00:44:25: dieses Thema, für diese Leidenschaft und das tust du auch in den sozialen Medien.
00:44:31: Bei, vor allem bei Instagram bist du recht aktiv und machst vieles und unter anderem das
00:44:38: Thema Elterngeld für Pflegeeltern, da hast du eine Petition gestartet.
00:44:43: Ja, wie bist du auf die Idee gekommen, das so zu machen?
00:44:46: Ja, ich wollte irgendwie versuchen da was zu ändern.
00:44:52: Ich bin nicht der Mensch, der Dinge akzeptiert, wenn sie nicht so gut sind, wie sie sein könnten,
00:45:02: wenn man was verändern kann und die möglichen Fälle zu halten, sollte man das auch tun.
00:45:06: Es ist leider meine Petition mehr oder weniger zeitgleich gestartet mit der Petition von
00:45:11: den Hebammen, die so extrem durch die Medien gepusht wurden.
00:45:16: Also es sind wir permanent unter dem Radar geflogen und wurden gar nicht so wahrgenommen.
00:45:23: Aber typischerweise ändert sich ja hoffentlich fast politisch, also es ist ja angedacht,
00:45:29: dass sich da was ändert, kannst einfach nur hoffen, weil es einfach notwendig ist.
00:45:35: Wir sehen, der Bedarf ist groß am Pflegeeltern und es sind einfach nicht genügend Pflegeeltern
00:45:41: da und da muss man natürlich gucken, dass man die auch finanziell absichert, nicht nur
00:45:47: durch Elterngeld, sondern auch einfach, weiß ich nicht, es gibt viele Bereitschaftspflegefamilien,
00:45:53: die, ja, wenn die unbelegt sind oder keine Kinder haben, dann haben die auf keinen Einkommen
00:46:02: und es gibt auch keine Altersabsicherung für Bereitschaftspflegefamilien.
00:46:06: Auch das finde ich schwierig, also eine Bereitschaftspflegemutter, wenn sie sich dazu entscheidet,
00:46:11: Bereitschaftspflegemutter zu werden, entscheidet sie sich auch grundsätzlich direkt mal dazu,
00:46:16: in die Altersarmuts zu geraten, weil niemand ihrer Rente finanziert und das finde ich einfach,
00:46:22: dass das nicht sein.
00:46:23: Das ist einfach so eine hochschwellige und es ist so eine hochschwellige Aufgabe und
00:46:30: ein tolles Ehrenamt, was natürlich auch gewissermaßen vergütet wird.
00:46:35: Dann muss man den Leuten auch eine Altersabsicherung zugestehen.
00:46:40: Ja, das spricht so wichtige Punkte an.
00:46:44: Also ich glaube, da bedarf es gesellschaftlich, aber auch auf gesetzlicher Ebene noch einiges.
00:46:51: Glaubst du, dass es noch so andere Punkte gibt, was es braucht in der Gesellschaft, dass
00:46:58: wir einfach mehr Pflegeeltern finden?
00:47:00: Du bist ja mit vielen in Kontakt.
00:47:02: Aber welche Punkte müsste noch gegeben sein in so einer idealen Gesellschaft, dass wir
00:47:06: mehr Pflegeeltern finden?
00:47:08: Ich denke, das Thema müsste grundsätzlich einfach mehr in den Fokus der Gesellschaft.
00:47:13: Das ist einfach eine Sache, die völlig unterm Radar fliegt.
00:47:17: Wenn man keine Pflegefamilie kennt, hat man null Berührungspunkte zum Thema und die
00:47:25: Kinder existieren einfach nicht in einer breiten Gesellschaft, sondern nur immer bei
00:47:31: den Menschen, die sich tatsächlich mit dem Thema bewusst auseinandersetzen oder minimal
00:47:37: in Kontakt dazu haben, die jetzt meine Nachbarschaft oder der Kindergarten jetzt dadurch.
00:47:43: Aber das ist ein Thema, was unterm Radar fliegt und das, was einfach mehr Aufmerksamkeit
00:47:49: braucht und auch mehr offene Kommunikation braucht, um nicht so unter vorgehaltener Hand,
00:47:57: weil dann weiß man ja auch nicht so genau, was erwartet mich da als Pflegemut da, einfach
00:48:01: um auch mit diesen Vorurteilen aufzuräumen und mal zu zeigen, hey, es gibt die Möglichkeit
00:48:07: der Dauerpflege.
00:48:08: Das ist kein Thema, vor dem man Angst haben muss.
00:48:11: Und ich denke, wenn man über eine Thematik offen spricht und nicht so viele Fragen offen
00:48:16: bleiben, dann ist das wahrscheinlich auch für einige attraktiver.
00:48:20: Ja, dass man überhaupt über dieses Thema spricht, dass es sowas gibt, auch Nebenadoption.
00:48:27: Und dass natürlich Pflegekinder ihre Geschichte ihren Rucksack mitbringen, aber auch wie ein
00:48:37: Pflegeverhältnis aussieht, komplett unterschiedlich ist.
00:48:40: Ich finde es super, wie du dich vernetzt in den sozialen Medien und wenn ich auf deine
00:48:47: Seite schaue, seit ihr da gerade einiges am Planet, ihr habt jetzt WhatsApp-Gruppen für
00:48:51: unterschiedlichste Bundesländer und Thematiken und du planst eine App.
00:48:56: Ja.
00:48:57: Da aufwächst.
00:48:58: Kannst du mir so ein bisschen was darüber erzählen, was es damit so auf sich hat?
00:49:02: Also wir sind wirklich gestartet über meinen Instagram-Profil und ich habe einfach festgestellt,
00:49:08: alle Pflegeeltern durch die Bank weg haben alle identische Sorgen, identische Fragen
00:49:14: und aber keinen Ansprechpartner, eben wegen der Überlastung der Jugendämter und weil
00:49:22: auch keine regionale Vernetzung gespattert wird.
00:49:26: Und dann hatten wir zuerst über Instagram einen monatlichen Stammtisch geplant und den wir
00:49:33: dann auch gemacht haben, wo wir uns zuerst einfach in der Stammtischgruppe auszutauscht
00:49:38: haben, wie ja Zoom, einfach einen Zoom-E-Tee gemacht einmal im Monat.
00:49:44: Und dann haben wir irgendwann Fachreferenten eingeladen, die zu verschiedenen Themen dann
00:49:50: auch noch ein paar andere verreferiert haben, wie zum Beispiel FASD, hatten wir einige Veranstaltungen
00:49:56: oder auch bezüglich Pflegeeltern oder Pflegekinderrecht, da hatten wir dann im Rechtsanwalt Westerholz
00:50:03: zu Gast, der uns da so ein bisschen Rede und Antwort gestanden hat.
00:50:08: Das war schon, also alleine der Stammtisch war schon sehr viel wert und um sich da auch
00:50:14: bundesweit so ein bisschen zu vernetzen, mal über den Tellerrand zu gucken, rund mal zu
00:50:18: gucken.
00:50:19: Was machen die dann in Berlin so oder in München, während wir hier im Rheinland das und das
00:50:25: machen.
00:50:26: Und was gibt es da für Sonderregelungen und wie wird da unterstützt?
00:50:32: Allein hat dieses über den Tellerrand gucken, war schon sehr viel wert und dann haben wir
00:50:37: irgendwann gesagt, wir starten diese WhatsApp-Gruppen als Startschuss für die App.
00:50:44: Also ich hatte im Vorfall nach jemandem gefragt, der mit mir zusammen ihren Amplischen App
00:50:48: programmieren würde und hatte dann auch jemand gefunden, kurz nach dem Start der WhatsApp-Gruppen
00:50:56: und ja und dann ist das echt explodiert.
00:51:00: Wir hatten dann zum Start WhatsApp-Gruppen für jedes Bundesland und das hat sich so
00:51:09: schnell verbreitet, dass wir innerhalb von jetzt fünf Monaten glaube ich bei 1500 Anmeldungen
00:51:17: waren über WhatsApp und der Austausch ist so unfassbar wertschätzend und auf Augenhöhe.
00:51:24: Also da ruft irgendjemand um Hilfe bezüglich eines Themas, also wir haben jetzt auch verschiedene
00:51:30: Gruppen zu verschiedenen Themen wie jetzt FASG oder Pflegekinder mit Behinderung oder
00:51:36: persönliches Budget und so weiter und so fort.
00:51:39: Da ruft jemand um Hilfe und kriegt direkt 20 Antworten und von Leuten die erfahren sind,
00:51:48: die viele langjährige Erfahrungen gemacht haben und das ist so wertvoll.
00:51:53: Einfach sich gegenseitig unterstützen, niederschwellig sich gegenseitig unterstützen zu können
00:52:00: und auch schnell, wenn ich überlege, ich habe ein Thema und muss dafür beim Jugendamt
00:52:07: anrufen, dann ist der Sachbearbeiter gerade in dem Nichtsteg, dann warte ich auf Rückruf,
00:52:11: dann muss der das erst nachgucken und so weiter und so fort.
00:52:15: Also es entlastet auf die Jugend, der im Kassettrömer erlitt.
00:52:19: Ja und wir haben also wirklich so so vielen verschiedenen Themen, mal ganz schnell eine
00:52:29: Antwort und das ist toll, das ist oft toll, wie da miteinander gesprochen wird und wie
00:52:34: man sich dagegen seiteg an die Hand nimmt.
00:52:36: Das ist einfach unfassbar schön.
00:52:38: Ja und im Hintergrund läuft jetzt einfach die App-Programmierung weiter, die dann auch
00:52:43: noch verschiedene, also neben dem Set und dem Austausch noch verschiedene andere Peaches
00:52:50: für die Pflegefamilien bereithalten soll, aber auch eine Unterstützungsmethode für
00:52:56: Jugendämter.
00:52:57: Ich hoffe einfach, dass wir damit dem Jugendhilfesystem so ein bisschen unter die Arme greifen können
00:53:05: und ein bisschen was verbessern und verändern können für alle, sowohl für die Jugendämter
00:53:10: und freien Träger und als auch für die Pflegehältern an sich.
00:53:14: Ja, dass es einfach für alle einfacher wird.
00:53:18: Stärke Idee und dass es wirklich so angenommen wird, zeigt ja auch, dass der Bedarf einfach
00:53:24: hoch ist.
00:53:25: Wir kommen so langsam zum Ende und ich habe so gedacht, du hast jetzt ein Pflegekind,
00:53:31: was ja jetzt dann, ich glaube, zwei Jahre ungefähr schon bei dir ist?
00:53:35: Ja, der ist schon zwei Jahre da, ja.
00:53:37: Ja und du machst Vernetzungssachen, du machst dich für Pflegefamilien generell stark,
00:53:45: wenn du so an dein Weg zurück denkst, jetzt insbesondere dich im Pflegesohn, den du
00:53:49: gemeistert hast mit allen Höhen und Tiefen, würdest du sagen, du bist stolz auf dich?
00:53:53: Ja, tatsächlich.
00:53:54: Ich bin unfassbar stolz auf mich, dass ich das alleine mit diesem schwierigen Start mit
00:54:04: immer so gut geschafft habe und ich bin auch stolz auf mich, dass ich das durchgezogen
00:54:10: habe mit der Vernetzung, weil ich einfach, das war ja eine intrinsische Motivation einfach,
00:54:18: weil ich gemerkt habe, das, was mir fehlt, fehlt allen anderen ja auch an Info und an
00:54:24: Netzwerk und an Rückhalt und niederschwelliger Info und das war dann auf mein Antrieb, das
00:54:31: möglichst kostenfrei für alle zur Verfügung zu stellen und ja, ich bin da unfassbar stolz
00:54:38: auf mich selber.
00:54:39: Ich hätte nicht gedacht, dass das Thema so in mir explodiert.
00:54:43: Das wurde immer mehr und ich habe immer mehr den Bedarf gesehen und natürlich an sich
00:54:51: die Motivation, ein Pflegekind aufzunehmen, war ja eigentlich nur eine Motivation für
00:54:56: mich selber und dann einfach zu sehen, okay, hier sind ganz viele Baustellen, hier muss
00:55:00: was verändert werden und da an bald zu bleiben.
00:55:03: Ich hätte selber nicht gedacht, dass das irgendwann das Thema ist, was mich so umtreibt und antreibt,
00:55:12: aber das hat sich explosionsartig in mehr ausgebreitet, schlimmer als dieser Coronavirus-Welt
00:55:22: weit.
00:55:23: Also wirklich, das war einfach eine Explosion und das kam eins zum anderen und ich habe
00:55:29: den Weg niemals bereut und ich, wie gesagt, ich brenne für dieses Thema und ich würde
00:55:37: wirklich das einzige, was ich anders machen würde, früher zu starten.
00:55:44: Ich wäre sonst früher gestartet.
00:55:48: Also wenn ich das nochmal machen könnte, würde ich früher starten.
00:55:51: Was sind so die größten Wünsche für die du deinem Pflegekind und eurer gemeinsamen
00:55:59: Zukunft geben würdest?
00:56:01: Ich hoffe, dass wir weiterhin so harmonisch miteinander funktionieren und dass wir weiterhin
00:56:10: so ein tolles Leben gemeinsam führen können, dass ich eine gute Mutter für ihn bin, dass
00:56:19: wir weiterhin so einen sehr guten Kontakt zu seiner Mutter haben, dass das einfach bestehen
00:56:25: bleibt, dass der Wunsch, ein weiteres Pflegekind aufzunehmen für mich selber, tatsächlich
00:56:34: in Erfüllung geht und dass ich auch da für zwei Kinder genug Ressourcen habe, um eine
00:56:44: gute Mama zu sein und auch genug Ressourcen habe, um für beide Mütter der Kinder eine
00:56:52: gute Ansprechpartnerin zu sein.
00:56:54: Und das wünsche ich mir einfach für mich selber, für mein Kind oder eventuell auch
00:57:00: die Kinder.
00:57:01: Ich wünsche uns eine sorgenfreie, glückliche Zukunft.
00:57:05: Weißt dein Kind schon, dass es wahrscheinlich bald Buddha sein wird?
00:57:12: Wir hatten das Thema tatsächlich regelmäßig, weil im Kindergarten halt viele Kinder auch
00:57:21: Geschwister haben und er dann auch gefragt hat und dann habe ich, also er hat auch den
00:57:27: Wunsch beäußert und auch mein Papenkind hat ein kleines Geschwisterkind bekommen vor
00:57:31: anderthalb Jahren, das hat er dann auch mitgekriegt und ist da völlig begeistert auch, weil wir
00:57:37: auch da einen sehr, sehr engen Kontakt hin haben und sagt dann auch immer, dass er auf
00:57:43: ein Baby mischt zu Hause und das ist noch nicht mal von mir großartig forciert worden.
00:57:51: Das kam von ihm selber und dann habe ich auch immer wieder gesagt, na ja, vielleicht gibt
00:57:57: es irgendwo ein Baby, was uns braucht, dann müssen wir mal abwarten, zurecht bekommen
00:58:00: wir irgendwann eins.
00:58:02: Schön.
00:58:03: Ja.
00:58:04: So hat die allerletzte Frage.
00:58:06: Welche Botschaft würdest du Menschen mitgeben, die ja überlegen, Pflegeeltern zu werden,
00:58:13: vielleicht noch für sich schauen müssen, ist das wirklich was für dich, wie würdest
00:58:18: du, also was würdest du mit auf den Weg geben vor allem?
00:58:21: Also ganz wichtig ist einfach in sich rein zu harschen, habe ich einen Platz im Herzen
00:58:28: für ein weiteres Kind frei.
00:58:29: Bin ich in der Lage vorurteilt, weil an die Sache ran zu gehen, sowohl dem Kind gegenüber
00:58:35: als auf den Eltern gegenüber.
00:58:38: Ja, ganz wichtig ist meiner Meinung nach der Austausch mit anderen Pflegeeltern, mit
00:58:44: erfahrenen Pflegeeltern, dass man da nicht naiv und blauäugig an die Sache rangeht,
00:58:50: sondern einfach ganz klar und blickes, sich dessen bewusst ist, dass alle Kinder, die
00:58:56: Pflegekinder sind, einen großen Rucksack dabei haben und dass das eine große Herausforderung
00:59:02: ist, die man nicht unterschätzen darf und viele Dinge hinterfragen, weil wie gesagt
00:59:09: viele Kinder als gesund oder vermeintlich gesund vermittelt werden, die aber dann doch
00:59:16: ganz, ganz große Baustelle mitbringen.
00:59:18: Und ja, man musste einfach sehen, dass er sehenden Auges an die Sache angehen.
00:59:25: Tanja, vielen, vielen Dank für diese Interview und deine Geschichte, die du uns erzählt hast.
00:59:33: Sehr, sehr gerne.
00:59:34: Ich danke dir, dass ich da war und beruht uns.
00:59:38: Das war das Interview mit Tanja.
00:59:41: Ich war von ihrer Leidenschaft und Energie für das Thema Pflegefamilien wirklich begeistert
00:59:47: und insbesondere davon nicht aufzugeben, selbst nach all den Rückschlägen, die sie erlebt
00:59:52: hat.
00:59:53: Wenn ihr Fragen zu der Sendung oder allgemein zum Thema Pflegefamilien habt, stellt sie
00:59:57: gerne entweder per E-Mail an mich, s.sug@vse-nrw.de oder bei Instagram auf unserem Kanal Netzwerk
01:00:05: Pflegefamilien und geht auch gerne auf den Kanal von Tanja, home of the fosters.
01:00:10: Dort findet ihr auch den Link zu den WhatsApp-Gruppen.
01:00:13: Ich wünsche euch eine gute Zeit und bis bald, bye.
01:00:17: Netzwerk Pflegefamilien, der Podcast.
01:00:26: this video will be announced.
01:00:31: Wir sind gemenget.
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