Leben mit FASD
Shownotes
🎙 Leben mit FASD – was Pflegefamilien wissen sollten
In dieser Folge von Netzwerk Pflegefamilien – der Podcast spreche ich mit Sarah Blatt über das Thema FASD – die Fetale Alkoholspektrumstörung.
FASD entsteht, wenn Kinder während der Schwangerschaft Alkohol ausgesetzt sind. Die Auswirkungen sind vielfältig und betreffen vor allem die Entwicklung, das Verhalten und das Lernen.
Gemeinsam schauen wir darauf, 🔸 was FASD eigentlich ist und wie es diagnostiziert wird, 🔸 was im Alltag mit einem Kind mit FASD herausfordernd sein kann, 🔸 wie Pflegeeltern Verhalten besser verstehen und einordnen können 🔸 und welche Haltungen und Strategien im Zusammenleben wirklich helfen.
Dabei wird deutlich: Hinter vielen Verhaltensweisen steckt kein „Nicht-Wollen“, sondern ein „Nicht-Können“.
Wenn ihr Interesse an dem Seminar oder der Weiterbildung von Sarah Blatt habt, dann schreibt eine E-Mail an: s.blatt@kumi-weiter-bilden.de
Transkript anzeigen
00:00:01: FSD ist ein ganz besonderes Behinderungsbild, weil es eben nicht darum geht dass ich im Rollstuhl bin oder eine See-Einschränkung habe was irgendwie von außen sichtbar ist sondern das die Behinderung da drin liegt.
00:00:13: Dass sich mein Verhalten nicht so auf die Straße bringen kann wie's gerne hätte und das ist etwas was ich immer wieder feststelle dass es viele kleine Dinge gibt die ich tun kann um den Alltag für das Kind und auch für uns als Pflegeeltern als Familie zu verbessern.
00:00:30: In den allermeisten Fällen habe ich wirklich unfassbar freundliche und herzliche Kinder.
00:00:36: Und die einem so das Herz erwärmen, und die auch eine ganz unvermittelte Art haben – also die setzen jetzt nicht irgendwie so ne Maske auf?
00:00:57: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Netzwerkpflegefamilien der Podcast!
00:01:02: Heute spreche ich mit Sarah Blatt über das Thema FASD, die Vitale-Alkoholspektrumstörung.
00:01:08: Und darüber was es für Pflegefamilien bedeutet ein Kind mit FASd zu begleiten.
00:01:14: FAS d entsteht wenn Kinder während der Schwangerschaft Alkohol ausgesetzt sind.
00:01:19: Die Auswirkungen sind sehr unterschiedlich und zeigen sich vor allem in der Entwicklung im Verhalten und im Lernen.
00:01:25: Im Gespräch geht es darum was hinter dem Verhalten dieser Kinder steckt wie ihr Alltag aussehen kann und vor allem, wie Pflegeeltern sie gut verstehen und begleiten können.
00:01:35: Viel Spaß mit dem Interview!
00:01:39: Sarah ja schön dass ich hier bei dir sein darf und wir heute über dieses Thema FASD sprechen.
00:01:44: aber bevor wir darüber sprechen magst du erstmal dich selber vorstellen?
00:01:49: Ja total gerne.
00:01:50: Mein Name ist Sarah.
00:01:51: Ich wohne im schönen Mittelhessen in der Nähe von Marburg und habe fast zehn Jahre in der stationären Jugendhilfe gearbeitet, sehr familiennah.
00:02:03: Das war damals in Berlin da ich aber genau wie schon erwähnt jetzt in der Marburger Ecke bin es tatsächlich meine Heimat und wusste schon irgendwann geht's wieder zurück.
00:02:13: Genau und nachdem ich dort eben als Erzieherin gearbeitet hab, wusste ich jetzt noch mal eine Veränderung dran und habe dann nochmal erwachsenen Bildung studiert.
00:02:22: Mit dem Fokus Feuer habe ich die Kinder gestärkt, jetzt stärke ich die Menschen mit den Kindern arbeiten.
00:02:31: Und genau, gebe ihnen durch Seminare oder Coaching-Supervision, gebe ich ihnen neues Handwerkszeug im besten Fall an die Hand womit sie ihre Arbeit wieder gut machen können.
00:02:43: Gleichzeitig will ich meine Erfahrungen auf keinen Fall missen, die ich in der Arbeit mit den Kindern gemacht hab!
00:02:48: Es hat mir auch mega viel Freude gemacht und jetzt ist einfach ein anderer Abschnitt dran.
00:02:53: Genau, so!
00:02:54: Ja ansonsten ich habe zwei Jungs, ja zehn und vierzehn sind die, bin verheiratet und lebe hier im Grünen, freu mich das Lebens... hatte mich lange in der Stadt war.
00:03:07: Genau freue ich mich einfach total wieder hier zu sein.
00:03:10: Sehr gut okay.
00:03:13: So die Einstiegsfrage.
00:03:15: Es weiß gar nicht, ob die schwer oder leicht ist für dich.
00:03:18: Wenn du an Kinder mit FASD denkst was kommt dir so als erstes Bild in den Kopf?
00:03:26: Als erstes bild kommt mir in den kopf dass sobald die kinder eine personen in ihrer nahen umgebung haben die wissen was fasde wirklich bedeutet und worin die einschränkung tatsächlich liegt und woran nicht Dann hat das Kind schon einen riesen Gewinn für sein Leben.
00:03:48: Okay, also dieses wirkliche Verstehen können und darum soll es heute gehen?
00:03:53: Guck mal!
00:03:55: So soll es sein.
00:03:57: Aber wenn du jetzt einfach mal sagen würdest du ganz ohne Fachbegriffe was macht Kinder mit FASD an der Stelle eigentlich aus?
00:04:06: Was bewirkt dieses FAS-D?
00:04:09: Ja.
00:04:12: FASd bewirgt dass das dass das Leben an sich, die Anforderungen, die das Leben so an uns stellt für diese Kinder nochmal herausfordernder sind wie für uns.
00:04:23: Dass sie schon wahnsinnig viel investieren was wir aber oft gar nicht so wahrnehmen und wie oft daran irritiert sind an dem was nicht klappt oft auch gar nicht sehen.
00:04:38: Was hat denn das Kind schon den Tag über alles geschafft und geleistet?
00:04:42: Wo hatte es sich schon zurückgehalten, wo hat er sich schon eingefügt?
00:04:45: Wo hat das schon gerade die verlangte Alltagsaufgabe gut bewältigt?
00:04:52: Genau!
00:04:52: Und da eben dieser Punkt viel schneller erreicht ist, wo das Kind dann erschöpft ist aber dass natürlich das auch nicht so formulieren kann oder in den meisten Fällen nicht so formulieren kann.
00:05:02: also man hat's schon gut mit ihm trainiert Dann wirft der Alter halt nicht mehr Und daran bleiben wir häufig stecken.
00:05:10: Das Zweite ist, wenn ich an Kinder mit FASD denke, dass wir sehen natürlich kann man pädagogisch studieren und man kann eine Ausbildung zur Erzieherin etc.
00:05:22: machen.
00:05:23: aber für FASd hilft mir nicht meine Intuition.
00:05:30: Also normalerweise hat man ja, wenn man mit Kindern arbeitet auch so eine gewisse Intuition ein Gespür neben dem was man in der Ausbildung gelernt hat.
00:05:38: Was Kinder brauchen?
00:05:40: Was man so viele Ziele für Kinder hat?
00:05:43: Was es auch bedeutet dass ein Kind größer wird das ist eine Reifung erfährt.
00:05:49: so im emotionalen und persönlichen davon haben wir irgendwie eine Vorstellung.
00:05:54: die einen können die mehr benennen die anderen weniger.
00:05:57: Aber bei FASD hilft uns tatsächlich unsere Intuition nur ganz bedingt weiter.
00:06:02: Weil diese Kinder immer wieder Verhaltensweisen zeigen, die uns vor ganz große Fragezeichen stellen und wir denken wer ist ja eigentlich gerade verrückt oder ich?
00:06:12: Und dann probieren wir eben nochmal aus und noch mal und merken irgendwie wir kommen nicht weiter.
00:06:20: Sprich für FASd brauche ich tatsächlich... Ich muss es einmal wissen!
00:06:24: Ich muss wissen was dahinter steckt Und dann ist auch viel leichter.
00:06:29: Also alleine dieses Verständnis dafür, was bedeutet?
00:06:38: Wie das Kind tickt und was das Kind kann und wo es eben Schwierigkeiten hat – allein dieses Verstandnis dafür macht eben im Alltag mit dem Kind schon einen Riesen.
00:06:49: Also einen Riesen-Change aus meiner Blickweise, von meiner Perspektive.
00:06:55: Wo will ich heute mit dem Kind hin?
00:06:57: Wo will für diese Woche oder überhaupt für den nächsten Entwicklungsschritt?
00:07:02: Und da wollen wir ja hin.
00:07:04: und als ersten Schritt können wir bis jetzt an der Stelle keine Medizinerinnen.
00:07:10: aber kann es mir vielleicht schon etwas dazu sagen?
00:07:12: FASC entsteht wenn die Mutter also die schwangere Frau Alkohol in der Schwangerschaft drängt.
00:07:22: Aber was passiert an dieser Stelle?
00:07:24: Das Alkuhol trifft auf das ungeborene Kind und Alkohl ist ein Zellgift, und zerstört die Struktur der Zelle unwiderbringlich.
00:07:34: Man kann sich das so ein bisschen vorstellen tatsächlich mache ich das auch manchmal im Seminar dass ich so ein aufgeschlagenes Ei mit bringe also ungekocht einfach nur so als wabbelnde Masse in so einem in so einer Schüssel Und dann kippt man mal Alkohol dazu und dann sieht man, wie diese unsichtbare oder fast unsichtbaren Membran rund um das Eiweiß sich so langsam auflöst und nicht mehr so richtig das Eiweis zusammenhält.
00:08:02: So ähnlich ist natürlich jetzt sehr leihenhaft ausgedrückt – so ähnlich kann man sich das eben vorstellen!
00:08:08: Der Alkohl trifft oft ungefiltertes Bebi hat ja noch keine... keine Nierenfunktion und sonstige Abwehrmechanismen, die wir Erwachsenen so haben.
00:08:17: Das Baby kann es nicht abbauen aber kriegt tatsächlich alles ab.
00:08:22: Und beziehungsweise es kann es abbauen, aber es dauert viel, viel länger.
00:08:29: Es gibt immer eine Zahl, das ist ungefähr zehnmal so lang dauert wie bei der erwachsenden Person.
00:08:35: Sprich wenn ich jetzt an einem Abend ein Glas Wein trinke und am nächsten Abend wieder, dann ist das Baby quasi gerade erst nüchtern geworden.
00:08:44: Dann kommt schon wieder das nächste.
00:08:46: Es zerstört die Struktur der Zellen und das betrifft erstmal oder es kann betreffen von Kopf bis Fuß.
00:08:52: also es können sämtlich Organe davon betroffen sein aber ich weiß halt nie welche weil der Alkohol ein Stück weit willkürlich, er kann überall treffen.
00:09:02: Es kommt natürlich auch darauf an wie in welchem Stadium also in welchen Wachstums Stadium ist das Baby oder der Embryo viel besser gesagt?
00:09:13: In welchem Wachsungs Stadium, wieviel Alkohol habe ich zu mir genommen?
00:09:18: Welche Sorte, also wie hochprozentig... Genau!
00:09:22: Das sind natürlich Faktoren die da noch mit dazuspielen.
00:09:26: Aber eben die Frage oder die Auswirkung ist, dass es Zellen rund um den Körper kaputt machen kann.
00:09:36: Und das was uns aber in der Pädagogik am meisten natürlich beschäftigt, ist jetzt nicht ob das Kind ein Herzfehler hat oder die Gelenke nicht so flott sind wie normalerweise sondern eben das Verhalten.
00:09:48: und im Gehirn gibt's einen Teil ja mittlerweile relativ gut erforscht, der Frontallappen oder auch der Stirnlappen.
00:09:56: Da gibt er eine andere Begriffe dafür Präfrontaler Cortex.
00:10:00: Der wird eben betroffen und der ist vor allen Dingen für unsere Verhaltenssteuerung zuständig also für unsere Emotionsregulierung, für unsere Impulssteuerungen, damit es sich auch Gesichter von anderen lesen kann.
00:10:12: Meint ihr das jetzt gut mit mir?
00:10:14: Oder will der mich gerade provozieren oder ärgern?
00:10:17: so wenn ich das lesen kannst schon sehr viel Vorteil.
00:10:21: Aber auch so Dinge wie, okay ich habe jetzt die Lehrerin sagt holt bitte eure Mathe Sachen raus und ich hole vielleicht ein Buch raus aber lasst das Hälfte in der Tasche weil es hat sie so explizit nicht gesagt.
00:10:33: Und Stifte hab' ich auch noch nicht draußen, weil das hat sie auch nicht gesagt zu überlegen.
00:10:38: ok welche kleinen einzelnen Schritte gehören denn dazu?
00:10:42: Also diese Handlungsplanung die da so hinter steckt Und letztendlich auch, wenn ich mir Ziele stecke zum Beispiel... Ich kriege pro Woche ein Euro Taschengeld als Grundschulkind.
00:10:57: Und ich will mir was kaufen, was acht Euro kostet, irgendein Spielzeug oder eine besondere Süßigkeit oder was auch immer.
00:11:03: wie lange muss dafür sparen und gebe jetzt in einen Euro schon aus für Kaugummies?
00:11:08: Oder spare ich die Zeit bis ich da hinkomme zu diesem Ziel Und quasi dieses.
00:11:14: Ich stecke mir Ziele und ich halte auch durch, solange bis sich diese Ziele erreicht habe.
00:11:21: Das sind natürlich alle Kinder am Lernen weil dieser Präfrontale Cortex der braucht natürlich die komplette Kindheit und Jugend.
00:11:27: tatsächlich bis man sagt so zum Alter von fünfundzwanzig braucht er um sich zu entwickeln und voll ausgereift zu sein.
00:11:34: sprich das ist schon was was allen Kindern schwer fällt.
00:11:37: und gleichzeitig es sehen wir eben bei Kindern die von FASD betroffen sind da einfach ganz wenig Entwicklung und wenig Fortschritt, wo man sagt okay wenn das jetzt ein vierjährigen Kind schwerfällt.
00:11:51: Okay aber warum denke ich dann bei einem achtjährigen kind?
00:11:55: Oh!
00:11:56: Da hat sich seit den letzten vier Jahren gar nicht viel getan.
00:11:59: in diesem wie erreicht ist denn mein Ziel so und wenn es dann eben noch älter wird sehe ich dann wenig Fordschritt.
00:12:07: Genau, das sind so diese Dinge die dieser Stirnlappen eben reguliert und der dieses Verhalten oder diese Verhaltensportpourri.
00:12:18: Das ist das was uns als Pädagogin das Leben schwer macht?
00:12:22: Ja, da habe ich gerade auch gedacht dass sind...das was du gerade erklärt hast sind ja schon auch Antworten genau auf diese Themen.
00:12:28: die haben dann im pädagogischen Alltag dann ja auch betreffend.
00:12:32: also eigentlich all das was du aufgezählt hast sind wahrscheinlich mit den Themen Genau.
00:12:39: Und wie ist das denn mit dieser Aussage, ein Glas wird schon nicht so schlimm sagen?
00:12:43: So kurz vor der Geburt kann man, wenn ich dich jetzt richtig verstehe, auch nicht sagen?
00:12:51: Ja, es ist tatsächlich schwer weil man es ja nur ganz bedingt erforschen kann.
00:12:57: Es gibt auch Kinder wo Alkohol getrunken wurde und kein FSD daraus entstanden ist.
00:13:03: Das heißt es ist jetzt nicht bombensicher dass es so wird.
00:13:08: Aber man sagt eben, es gibt keine sichere Menge wo auf keinen Fall jetzt da draußen Schädigung entsteht.
00:13:16: Das heißt wenn ich komplett verzichte dann bin ich schon mal ziemlich safe Wenn ich was trinke gehe ich eben hundertprozent das Risiko ein.
00:13:24: ob's dann tatsächlich so wird und wie die Ausprägung wird.
00:13:27: Das kann eigentlich keiner sagen.
00:13:30: Das sehe ich dann erst wenn das Kind auf der Welt ist und wenns heran wächst Und genau in diesen Verhaltensspektrum Was sich dann so zeigt, und natürlich kommen auch wieder die ganzen Faktoren aus der Umwelt.
00:13:42: Wer versorgt das Kind in den ersten Lebensjahren?
00:13:45: Hat eine sichere Bindung
00:13:46: etc.,
00:13:47: Das kommt natürlich alles noch dazu.
00:13:49: Aber eben dieser Punkt Es gibt keine sichere Menge Und das ist so die Faustregel Wenn man zwei ist bevor man schwanger wird Ist man damit zumindest auf der sicheren Seite.
00:14:03: Ja definitiv Und nun ist FASD ein Spektrum.
00:14:10: Da gibt es ja verschiedene Bilder, ich glaube es gibt dann das sogenannte Vollbild.
00:14:16: Wie ist dieses Spektrom von was bis was?
00:14:19: Genau!
00:14:20: Also der Begriff Vollbild ist tatsächlich ein bisschen irreführend.
00:14:24: Das Richtige an diesem Begriff ist wahrscheinlich das Wort Bild weil man eben bei dem Vollbild mehr äußerlich sehen kann.
00:14:32: Die Kinder sind oft kleinwüchsig, haben einen Kopf der zu klein ist.
00:14:37: Haben eben auch Merkmale im Gesicht die ich erkennen kann wenn ich sie weiß und dann gibt es in der Diagnostik insgesamt drei verschiedene Ergebnisse die da raus kommen.
00:14:49: das ist dieses Vollbild das nennt man FAS Dann das Parzelle-FAS abgekürzt mit PFS Und dann noch das ARND Da steht für Alkoholbedingte Neuro Genau, also neurologische Entwicklungsverzögerung.
00:15:06: Und das was eigentlich abnimmt in diesen drei Bildern ist das was ich äußerlich sehen kann.
00:15:15: Also dass es zum Beispiel beim AR&D braucht gar keine Kleinwüchstigkeit mehr oder keinen zu kleinen Kopf aber... Das und deswegen habe ich gesagt Vollbild ist ein bisschen irreführend.
00:15:30: Das, was es eben ausmacht.
00:15:31: Nämlich die Einschränkungen im zentralen Nervensystem, sprich alles, was das...die Beschädigungen im Gehirn können bei allen gleich sein und letztendlich ist es sogar wenn ich von außen nichts sehen kann und wenn nur das Verhalten betroffen ist dann ist es manchmal für die Kinder im Alltag, im konkreten Leben eine noch größere Einschränkung.
00:15:57: Wie wenn ich noch einen so kleinen Kopf habe der mich ja tatsächlich im Alltag gar nicht jetzt so stört außer vielleicht dass die Mütze ein bisschen rutscht.
00:16:03: aber das stört mich ja gar nicht so.
00:16:07: Das was für die Kinder eine Einschrankung ist der Umgang mit anderen Menschen Der umgang mit den eigenen Gefühlen Die eigene Alltagsstrukturierung, die ich ja will Einfach auch selbstständiger lernt, dass ich dem Kind mehr zutraue.
00:16:25: Ich begleite ja das Kind beim Großwerden und dann zieht man sich als Erwachsener immer ein bisschen zurück damit die Selbständigkeit seinen Raum findet.
00:16:35: Und wenn ich aber von außen nichts sehen kann, hat die Umwelt die Erwartung... naja stellt dich mal nicht so an!
00:16:42: Das kannst du doch eigentlich.
00:16:43: und außerdem hast du es gestern gekonnt.
00:16:45: Und warum kannst du das jetzt heute nicht?
00:16:47: Und außerdem, heute Morgen um acht warst du noch ganz nett und jetzt heute Mittag um zwölf ist irgendwie alles schief!
00:16:52: Und dass wenn eben dieser... was ich ganz am Anfang gesagt habe diese wissende Person Wenn die nicht in der Nähe ist und nicht weiß Worin besteht dann die Einschränkung Dann bringt es letztendlich dem Kind nicht viel eine gewisse Diagnosestellung zu haben, also welche von diesen drei.
00:17:15: Sondern ich brauche eine wissende Person die mich unterstützt und weiß mein Verhalten ist nicht weil ich das jetzt irgendwie nicht möchte oder weil ich jetzt die Erwachsenen ärgern will oder die anderen Kindern ärgert sondern weil ich es gerade nicht mehr selber schaffe.
00:17:32: Ich brauche jemand der mich begleitet und der mir hilft mein eigenes Verhalten zu regulieren.
00:17:37: Und von daher gibt es in der Theorie tatsächlich diese drei unterschiedlichen Diagnose-Stellungen, die auch super wichtig sind.
00:17:46: Dass man da überhaupt hinkommt zu so einer Diagnosis weil das eben sehr hilfreich sein kann.
00:17:51: und gleichzeitig ist die Einschränkung im Alltag dies eigentlich bei allen Dreien gleich.
00:17:59: Kann man so ein Stück oder so sagen?
00:18:02: Wie wird das denn überhaupt diagnostiziert?
00:18:04: Also ist es ein längerer Prozess, also wie diagnostiziert man FASD?
00:18:09: Genau.
00:18:10: Das Wichtigste bei um-FASD zu diagnostizieren sind tatsächlich eben die Exekutiefunktionen zu testen, sprich all das was im präfrontalen CoreTex, im Stirnlappen, was davon gesteuert wird.
00:18:24: Das nennt man Exekutivefunktion, diese Handlungsplanung die Impulsregulierung oder und dann kommt eben noch das Arbeitsgedächtnis dazu, wo man sich auch Dinge merken kann und nicht gleich wieder vergisst.
00:18:39: Genau!
00:18:40: Und diese Exekutifunktion muss man testen.
00:18:44: wie sind sie?
00:18:45: Was nicht hilft ist den IQ zu testen.
00:18:51: Das kann man zwar natürlich auch machen aber der IQ Der kann jetzt hoch oder niedrig sein, aber wie ich gerade vorhin schon erklärt habe die Einschränkung.
00:19:03: Das was den Kindern das Leben schwer macht ist die eigene Verhaltenssteuerung und die mangelnde Selbstständigkeit.
00:19:11: Das ist das was das Miteinander schwierig macht und auch das Leben für das Kind oder den Jugendlichen Erwachsenen dann selber – auch mit sich selber.
00:19:21: Genau!
00:19:22: Zu der Diagnose-Stellung gehört außerdem noch dazu eben, dass man guckt hatte das Kind irgendwann mal im Leben einen so kleinen Kopf.
00:19:30: Meistens werden dann die Urhefte herangezogen.
00:19:33: Das ist natürlich super praktisch wenn das Kind doch nicht so alt ist weil sie dann auch meistens noch vorhanden sind.
00:19:38: So wenn jetzt jemand schon dreißig ist da muss er nach dem Urheft wahrscheinlich schon Mal kramen Wenn es denn überhaupt noch da ist Genau.
00:19:46: Dann, je älter die Kinder sind wird immer eben nach Kinderfotos gefragt um zu schauen.
00:19:51: sieht man diese Auffälligkeiten im Gesicht die sich tatsächlich im Älterwerden verwachsen und viele wo das im Kindesalter sichtbar war dann ist es als Erwachsener gar nicht mehr sichtba.
00:20:04: genau auch die Größe die kann sich dann im erwachsen werden regulieren.
00:20:08: deswegen guckt man eben in den Urheften war das kind irgendwann mal in einem gewissen Range zu klein gewachsen.
00:20:17: Und das Letzte ist eben noch, dass man versucht herauszufinden ob die Mutter während der Schwangerschaft Alkohol getrunken hat.
00:20:27: Das kann man entweder dadurch machen dass man die Mutter selber befragt oder nahestehende Menschen aus dem Umfeld also den Partner, die Oma wie auch immer, also eine gute Freundin von der Mutter.
00:20:42: Also irgendjemanden, der die Mutter währenddessen erlebt hat und dazu eine Aussage machen kann.
00:20:49: Und danach für das Vollbild, für das FHS brauche ich keine Bestätigung der Mutter.
00:20:57: aber wenn ich eben jetzt das ARND vergeben will als Diagnose wo ja wirklich äußerlich nichts sehe sondern nur die Einschränkung in den Exekutiefunktionen Dann brauche ich eine Bestätigung der Mutter, um diese Diagnose-Stellung geben zu können.
00:21:12: Okay und wenn die Mutter vielleicht nicht erreichbar ist weil es passiert ja häufig in gelegentlichen Fällen, dass Pflegekinder überhaupt keinen Kontakt mehr zu ihren Eltern haben und auch für die Berater einfach nicht erleichbar sind oder das einfach verneint, weil es ist ein Tabuthema.
00:21:35: Natürlich!
00:21:36: Alkohol in der Spangenschaft ist ein tabuthema und dann kann das einfach nicht so direkt dostiziert werden.
00:21:43: Weil es fehlt dass einer entscheidende Häkchen dafür.
00:21:47: Was macht man damit?
00:21:50: Erst mal auf den Tisch stampfen uns sich ärgern Ja, das ist tatsächlich... Man ist da von einem Faktor abhängig.
00:22:00: Den man tatsächlich sehr wenig beeinflussen kann und dass es mitunter, kann das richtig schwierig sein für die betroffene Kindjugendlichen Erwachsenen und eben auch für die Bezugspersonen, die jetzt für die Person sorgen Weil man denkt so, das kann doch nicht sein.
00:22:18: Es spricht so vieles dafür und eine Diagnose würde eben jetzt wieder auch weitere Türen einfach öffnen an Hilfestellung Und jetzt scheitert es an so einer Aussage.
00:22:29: Das ist tatsächlich nicht leicht zu nehmen.
00:22:32: Ja ich glaube wichtig ist da auch immer wieder seine Haltung gegenüber der leiblichen Mutter zu überprüfen weil es hilft jetzt halt auch nix Total ärgerlich auf die Mutter zu sein.
00:22:46: Es ist ja nun mal auch die Mutter.
00:22:48: Und als Kind bin ich ja auch ein Teil meiner Mutter und damit irgendwie, das ist natürlich nochmal total speziell und individuell für jede Lebensgeschichte aber da irgendwie einen versöhnten Umgang mitzufinden sehr von Vorteil, aber trotzdem natürlich zu gucken okay wie kann ich jetzt Hilfestellung in mein Leben bekommen und das genau.
00:23:18: Das ist nicht pauschal da muss sich wirklich bei jeder Person hingucken einfach die Lebenssituation anschauen und da gibt es dann hoffentlich jemanden der das Ganze gut berät und begleitet in der Nähe der Person und genau zu gucken Wie kann Leben gestaltet werden?
00:23:38: Ich kann mir schon vorstellen, dass so eine Diagnose erst mal ein Schock sein kann.
00:23:43: Aber vielleicht auch gleichzeitig eine Entlastung?
00:23:45: Weil die Themen ja wahrscheinlich vorher da waren und es nicht umsonst macht man dann auch die Diagnostik damit.
00:23:52: Wie erlebst du diese Momente von Pflegeeltern, die das gerade für sich klar haben, dass mein Pflegekind FAS hat?
00:24:02: Ich kann aus meiner persönlichen Erfahrung sagen, dass das für mich ein Gamechanger war in meiner gesamten pädagogischen Arbeit.
00:24:13: Und gleichzeitig war natürlich auch so dieses ... okay es geht jetzt nicht mehr weg.
00:24:20: also so.
00:24:20: Das ist schon... das muss man erstmal verdauen und auf der anderen Seite auch diese Erleichterung zu sehen.
00:24:28: Ich war nicht auf dem völlig falschen Dampfer mit dem, was ich dem Kind gegeben habe und wie ich versucht habe es zu unterstützen.
00:24:34: Es konnte nur nicht fruchten weil das Kind diese Einschränkung hat.
00:24:39: Und dann auch zu sehen, weder das Kind ist jetzt schuld daran an den... dass wir es irgendwie nicht miteinander hingekriegt haben noch ich bin schuld dran, noch ist die Mutter schuld da dran sondern es ist jetzt einfach so und jetzt machen wir's beste draus.
00:24:57: Also wie so ein Stück weit, wenn man einen Unfall hat und irgendwie ganz blöde Dinge sich verketten haben.
00:25:07: Und man merkt okay es ist jetzt gemisst aber wir müssen jetzt das Beste draus machen.
00:25:12: Es hilft mir auch nicht tatsächlich im Alltag weiter Wenn ich jetzt tatsächlich einen Schuldigen in Entführungsstrichen gefunden habe.
00:25:19: Was bringt mir das jetzt für meinen Alltag?
00:25:22: Das was mir hilft ist zu gucken Okay wie machen wir uns das Besse daraus?
00:25:26: Was können wir für das Kind ein möglichst, trotzdem schönes Leben und eben aber auch für die Familie ein schönes Leben hinkriegen?
00:25:34: Weil.
00:25:35: FSD kann super herausfordernd sein für Familien.
00:25:40: Für vielleicht noch leibliche Kinder, die noch dabei sind... ...für die Paarbeziehung der Pflegeeltern.
00:25:47: Das ist wirklich knackig!
00:25:49: Ich sag mal nix für Feiklinge.
00:26:00: Da hat man wirklich das Leben mit allen Facetten sehr intensiv, sehr herausfordernd.
00:26:06: Man muss sich dem stellen und man muss es wirklich anpacken mit beiden Händen und sagen okay wir kriegen das Ding jetzt irgendwie hin.
00:26:15: aber das ist nicht einfach und es fordert wirklich hundertzwanzig Prozent von uns wenns reicht.
00:26:23: Das hast du eben gesagt, sei mal so eine pädagogische Intuition die man vielleicht irgendwie hatten.
00:26:29: Bei Kindern mit FASD merkt man das funktioniert nicht mehr oder man stößt an den Grenzen mit seiner armen pädagogischen Haltung.
00:26:35: Vielleicht auch bei seinem pädologischen Wissen.
00:26:38: was hilft denn stattdessen?
00:26:40: Also tatsächlich hilft in dem Fall.
00:26:43: es wollen wir Pädagogen manchmal nicht so viel wahrhaben aber tatsächlich hilft ihnen ganz viel.
00:26:49: wissen also dass das Krankheitsbild oder die Behinderung verstehen lernen.
00:26:57: Dass ich weiß, worin besteht denn die Einschränke und worin besteht sie nicht?
00:27:02: Und was ist einfach auch kindliches Verhalten?
00:27:04: und was ist Verhalten, was durch FSD geprägt wird?
00:27:09: Wenn ich jetzt zum Beispiel mal nehme, dass werden viele Pflegeeltern nachfühlen können – häufig hat man das Gefühl, die Kinder lügen einen an!
00:27:18: Sie erzählen wie immer ein Frakti-Was Was ist ich?
00:27:21: Woher hast du diesen schönen Stift und sie sagen, den habe ich auf dem Schulweg gefunden.
00:27:27: Und man weiß aber ganz genau der liegt nicht einfach im Gebüsch so ein schöner Stift sondern wahrscheinlich ist es vielleicht von einem Kind aus der Klasse oder so.
00:27:35: Und das Kind überlegt sich immer wieder neue Geschichten wo jetzt dieser Stift herkommen könnte.
00:27:41: Und Vertrauen ist für uns als pädagogisch arbeitende ein ganz wichtiger Wert!
00:27:48: Wir können mit ganz viel ab Mit ganz viel Leben, aber Vertrauen ist für uns wirklich ein super wichtiger Wert.
00:27:55: und wenn der so angegriffen wird das ist echt schwer aushaltbar.
00:28:00: Und dann zu sehen okay zu verstehen woher kommt das?
00:28:05: Warum ist es kein Lügen?
00:28:07: Das kann ich mir tatsächlich anlesen oder eben mit Leuten sprechen die sich damit auskennen oder Vorträge hören.
00:28:15: Dann verstehe was steckt dahinter hinter diesen Verhalten.
00:28:19: Sprich, ich muss mich schon mal nicht mehr so doll ärgern.
00:28:24: Und gleichzeitig dann zu vermuten okay vielleicht gibt es aber auch Situationen da war's jetzt nicht dieses.
00:28:32: das Kind versucht mir eine Geschichte zu erzielen sondern da wars tatsächlich lügen.
00:28:37: Aber ich kann das gar nicht so genau auseinanderhalten und diese eine gewisse Toleranz zu entwickeln.
00:28:43: zu Ich kann nicht immer im Alltag Haar klein Ausmachen.
00:28:48: war das jetzt Verhalten, was aufgrund von FASD ist oder war es einfach Verhalten weil's ein Kind ist.
00:28:54: Das verschwimmt miteinander und da brauche ich wirklich eine gewisse Gelassenheit zu sagen ja okay im Einfall habe ich vielleicht das nochmal mit dem Kind erörtern können und wirklich rausgefunden was ist los?
00:29:10: Und im nächsten Fall hat sie mir halt eine Geschichte erzählt.
00:29:12: Ich hab's nicht herausgefunden.
00:29:15: Vielleicht hat es mich angelogen, vielleicht auch nicht.
00:29:17: Aber ich entwickle eine gewisse Gelassenheit damit weil ich weiß... Es kann eben auch sein dass das FSD diese Verhaltensweise jetzt hier ausgelöst
00:29:27: hat.
00:29:28: An diesem Beispiel nochmal so ein bisschen konkret zu fassen um diesen Stift.
00:29:33: Das Kind hat diesen Stifte und erzählt eine Geschichte wo man einfach denkt das kann erstmal so nicht stimmen Und man will jetzt denken okay Das ist jetzt keine böse Absicht gewesen.
00:29:44: Und das hat es nicht aus dem Impuls diesen Stift genommen, was man vielleicht mit der hat das gestohlen erklären will.
00:29:53: aber wie kann man sich das denn anders erklären?
00:29:56: Also ich habe mal in einer internationalen Gemeinschaft gelebt.
00:30:03: nach meinem Abitur war ich ein der im Ausland und dort waren eben Leute aus verschiedenen Kulturkreisen Und ich weiß, dass eines morgens kam eben eine Studentin dort zu spät in den Unterricht und dann saß eine europäische Mitstudentin dort schon eben unter in der Klasse.
00:30:24: Und die, die reinkam, kam aus einem afrikanischen Kulturkreis und hatte das T-Shirt von ihrer Mitstudentin an.
00:30:31: Und diese Studentin, die schon in der klasse war, fiel alles aus dem Gesicht weil sie dachte so, die ist einfach an meinen Schrank gegangen!
00:30:40: Das geht doch so nicht.
00:30:42: Die kann doch nicht einfach...die hätte mich ja fragen können, ich hätte sie auch gegeben aber die kann doch nichts.
00:30:46: einfach meine Sachen nehmen.
00:30:49: und das finde ich ist ein super Beispiel zu diesem Zeitpunkt wo es dich noch gar nix von FASD.
00:30:53: aber es ist mir im Nachhinein so eingefallen.
00:30:55: Ein super Beispiel dafür dass Besitz eine abstrakte Konstruktion ist, die wir in unserem Kopf haben weil auf dem T-Shirt stand ja gar nicht drauf wie uns gehört.
00:31:09: Das gehen wir einfach davon aus, okay das gehört jetzt mir liegt in meinem Schrank da geht niemand hin und gleichzeitig ist es auch eine kulturelle Konstruktion.
00:31:17: Und in Deutschland haben wir legen wieder sehr viel Wert drauf auf mein und dein uns auch richtig.
00:31:23: so hat ganz viele Vorteile.
00:31:26: so und ich finde es auch trotzdem richtig Kinder da drinnen zu erziehen aber sich bewusst zu machen Es ist etwas was wir in unserem Kopf so festgelegt haben und was ich nicht unbedingt sehen kann.
00:31:40: Und alles, was so abstraktes Denken betrifft, das ist für Kinder mit FSD schwer.
00:31:46: Kinder mit FSD sitzen häufig noch in der vierten Klasse da und rechnen mit den Fingern.
00:31:52: Weil sie die sehen können!
00:31:55: Alles, was jetzt über diese zehn Finger hinausgeht... ...ist eine abstrakte Konstruktion.
00:32:01: Die kann ich nicht sehen, die stelle ich mir nur vor.
00:32:03: Mathe ist schon, ja manche sagen es ne geisteswissenschaft?
00:32:07: Weil es nur mit Dingen zu tun hat, die ich mir in meinem Kopf vorstelle.
00:32:11: Natürlich kann ich jetzt auch sagen okay da fliegen jetzt eine Million Heuschrecken aber wer weiß schon ob's eine Millionen und zwei sind oder ein bisschen weniger?
00:32:21: Sprich, ich hantiere mit den Zahlen und die sind auch wieder abstrakt.
00:32:26: Und das fällt den Kindern schwer.
00:32:28: So kann ich jetzt durchs Leben durchgehen!
00:32:30: Der Umgang mit Geld – woher weiß ich denn jetzt dass der fünfzig Euro Schallen mehr wert ist wie der zwanzig Euro Schalen?
00:32:37: Weil er fühlt sich gleich an….
00:32:39: Ja hat eine andere Farbe aber das hat vielleicht jemand gemacht weil er die schön fand.
00:32:44: Also auch die Erklärung warum sind Dinge so?
00:32:46: Und wer sagt mir jetzt, dass der mehr wert ist als die zwanzig Euro?
00:32:52: Sprich das ist einfach eine kulturelle Festlegung.
00:32:55: Die haben wir so getroffen und da drinnen schulen wir Kinder und wir gehen davon aus dem Kindergartenkind.
00:33:01: Wenn es jetzt ein hundert Euro Schein finden würde wird es vielleicht den zum Basteln benutzen.
00:33:06: So!
00:33:06: Da sind wir aber noch ganz tolerant wenn er bei jetzt einen Kind älter wird dann erwarten wir, dass es das lernt.
00:33:13: Das ist lernt, das Geld einen Wert hat und dass es nicht um den Wert des Papierschnipsels geht, sondern den Wert, den ich damit kaufen kann.
00:33:23: Auch das ist weder eine abstrakte Konstruktion.
00:33:26: Und so kann ich jetzt Stück für Stück alle möglichen Themen durchgehen – immer wenn es eben abstrakt wird, wird's für die Kinder schwer!
00:33:33: So ist auch mit dem Stift.
00:33:36: Dass das Kind wollte ihn nicht klauen.
00:33:39: Wahrscheinlich fand es den einfach nur schön und wollte ihn mal angucken, dann hat sich er auf ein Tisch gelegt.
00:33:44: Dann hast du schon wieder vergessen und irgendwann hat's ihn eingepackt.
00:33:47: Zum Beispiel kann auch anders gelaufen sein aber es geht in den allermeisten Fällen nicht um eine böse Absicht des Kindes Sondern um eine mangelnde Differenzierung von Mein und Dein, von viel Wert und wenig Wert.
00:34:07: Genau!
00:34:07: All diese abstrakten Dinge die wir im Alltag eben können und auch erlernen.
00:34:15: Normen und Werte?
00:34:16: Ja!
00:34:16: Normen-und-Werte
00:34:18: ja!
00:34:18: Und das zeigt ja an der Stelle schon genau das was du gesagt hast.
00:34:21: es braucht einen Erwachsenen der sich mit FSD auskennt weil das... In so einer Konfliktsituation, sagen wir mal da steht vielleicht der Vater des Kindes abends vor der Haustür und sagt.
00:34:36: Dein Kind hat meinem Kind den neuen Füller geklaut und gibt ihn jetzt wieder her ein bisschen stinksauer.
00:34:45: Das um der Stelle genau so erklären zu können warum das das Kind das nicht böse aus bösen Impuls gemacht hat sondern dass es die Gründe hatte.
00:34:55: Das ist ja unfassbar schwer und wahrscheinlich aber auch nicht immer komplett umsetzbar.
00:35:04: Weil man kann das ja nicht jedem so ausführlich erklären, weil die Person hat überhaupt kein Interesse zu hören und würde dann auch sagen ach diese Ausreden!
00:35:13: Und dass es noch mal ein weiterer Aspekt den du gerade ansprichst... Es gibt ja nicht nur das Kind- und jetzt das Familiensystem oder das Schulsystem sondern es gibt ja die anderen Kinder und die Eltern der anderen Kinder oder einen gewissen öffentlichen Raum, das sind auch alles nochmal eigene Systeme wo ich nur bedingt erklären kann warum sich jetzt das Kind so verhält.
00:35:38: Und wo ich tatsächlich manchmal sagen muss okay was ist mir jetzt wichtiger?
00:35:44: Ich weiß zum Beispiel den Vater mit dem anderen Kind haben wir schon öfter was zu tun gehabt und es ist mir jetzt wichtig, dass der Vater das versteht.
00:35:53: Und nehmen wir die Zeit ihm das zu erklären?
00:35:55: Das ist die eine Möglichkeit.
00:35:57: aber vielleicht ist auch so, dass ich mit der Familie eh noch nie viel zu tun hatte und auch merke da ist gar keine Lust auf Verständnis.
00:36:05: dann muss sich ein Stück weit damit leben lernen, dass... Ich sag mal ein bisschen salopp, dass die anderen uns selbst doof finden und dass die Anderen denken, dass sie schlecht erziehen kann als Pflegeeltern und dass wir ja nur versuchen unser Kind zu entschuldigen.
00:36:17: Und dieses Gefühl ist natürlich auch total blöd für Pflegeeltern, weil man will sich irgendwie erklären und man will auch sozial anerkannt sein.
00:36:27: Und diese soziale Anerkennung ein Stück weit aufzugeben um das Kindes willen... Das ist nochmal eine ganz andere Nummer!
00:36:38: Die steht auf dem anderen Blatt Papier.
00:36:39: wie jetzt meine täglichen Herausforderungen und Alltagskämpfe, die man so mit dem Kind hat.
00:36:45: Aber vielleicht auch Leute zu haben, die einen schief angucken und denken krass, wie geht ihr denn mit dem kind um?
00:36:51: Und ihr verwöhnt es total und macht das Kind doch mal selbstständig, traut dir immer was zu!
00:36:56: Ich habe aber genau weiß okay wenn ich dem etwas zutraue... Aus diesen Fehlern nicht lernen.
00:37:03: Es braucht viel länger Begleitung, Unterstützung und auch einen gewissen Schutz den ich normalerweise zurückfahre in dieser Selbstständigkeitswertung.
00:37:16: Und da sind Pflegeeltern ja begleiten eben die FSD Kinder anders Ernten dafür auch manchmal Unverständnis und manchmal kann es auflösen, und manchmal ist tatsächlich nicht auflösend.
00:37:34: Und ich glaube an der Stelle ist einfach wichtig dass man auch im Austausch miteinander ist und auch Pflegeeltern sich auseinander austauschen weil so wie du es gesagt hast wenn man diese Dinge einfach hört mitbekommen diese ja schon etwas für den sozialen Ausschluss an einigen Stellen vielleicht erleben kann dann kann das halt vielleicht zu krass sagen.
00:37:55: ist dann, glaube ich, der Austausch in dieser Stelle wichtig.
00:37:57: Und das machen wir von uns und unserem Träger, dass wir einen sogenannten FASD-Austausch online stattfinden lassen viermal im Jahr – und wir haben eben schon drüber gesprochen, du bist zweimal im Jahr dabei!
00:38:10: Was sind denn so die Themen, die die Pflegeeltern dort häufig ansprechen?
00:38:14: Du kommst da als Expertin rein und welche Themen werden da so angesprochen?
00:38:21: Bevor ich deine Frage beantworte, würde ich das gerne noch mal unterstreichen.
00:38:25: Diesen Aspekt dass ich mir ein Stück weit auch eine neue Community aufbauen kann wo ich genau weiß hier habe Ich mehr Verständnis und wo ich die verrücktesten Geschichten erzähle Und der Dreiviertel der anderen nickt So.
00:38:45: Das ist schon mal hilfreich.
00:38:46: ja
00:38:47: Ja, total!
00:38:48: Einfach dieses so, oh ja krasses haben wir auch schon erlebt und das erleben wir ständig.
00:38:53: Und dieses Gefühl von Verstanden sein – das ist für uns Eltern eh grundsätzlich wichtig aber für Eltern von FSD betroffenen Kindern nochmal wichtiger weil ich es eben an vielen anderen Stellen nicht habe.
00:39:09: Das mag nicht nur der Vater sein, der vielleicht eh keinen Sinn für Pädagogik hat oder was auch immer sondern manchmal gibt es Lehrer, die unterstützen ganz toll und andere Lehrer sagen, nee ihr macht das nicht richtig.
00:39:22: Und ich weiß wie der Hase läuft und der sich eben auf kein Verständnis einlässt.
00:39:31: Das ist auch sehr zäh!
00:39:32: Sich deswegen wirklich so eine zweite Community aufzubauen wo man Verständnissen bekommt, wo man das Ganze mit Humor nehmen kann und genau weiß über welche Bei welcher Situation man jetzt gemeinsam auch mal lacht, das tut total gut.
00:39:49: Genau und wie du gesagt hast dieser FASD-Online Austauschabend der soll genau so eine Funktion haben dass die anderen nicken So!
00:39:59: Dass man was erzählt und nicht komisch angeguckt wird sondern dann eben andere auch erzählen können sagen.
00:40:05: sowas bei mir Und jetzt hatte ich gerade schon Schule erwähnt Das hatten wir als Themenabend dann aber auch herausforderndes und aggressives Verhalten.
00:40:14: Wie kann ich damit umgehen?
00:40:16: Das betrifft jetzt nicht alle FSD-Kinder, aber es kann FSD Kinder betreffen, dass sie eben ein aggressives Vorhalten zeigen... Oh je, jetzt fragst du mich was!
00:40:26: Das andere ist schon tatsächlich ein bisschen her.
00:40:28: Also das sind immer spezielle Themen zu den Anscheinenden?
00:40:31: Genau mir fällt noch ein wir haben uns auch das Thema Trauma angeguckt weil es gibt ja nicht nur ein Leben vor der Geburt sondern auch danach.
00:40:39: Ja, also wo haben Kinder auch viele Bindungsabbrüche erlebt?
00:40:43: Was macht das dann mit den Kindern?
00:40:45: oder einfach dieses Alleingelassen werden, vernachlässig werden oder Gewalterfahrung.
00:40:50: Aber auch soziale Ausschluss in der Kita, in der Schule und in den Systemen.
00:40:54: Oder vielleicht sind wir jetzt nicht die erste Pflegefamilie sondern schon die zweite oder dritte oder
00:40:59: etc.?
00:41:01: Und da hat ja das Kind schon allerhand Erfahrungen gemacht, die wirklich stressige Erfahrungen für das Kind waren.
00:41:07: Also Stress für das Bindungssystem des Kindes.
00:41:10: und was macht es dann mit dem Kind?
00:41:14: Welche Verhaltensweisen kann ich eigentlich auch darauf zurückführen und welche sind dann wieder typisch für ausgelöst durch FASD?
00:41:22: Ja
00:41:23: also ein bunter Strauß.
00:41:25: auf alle Punkte können wir jetzt hier nicht eingehen, was mich aber daran interessiert ist Weil ich glaube, dass gerade für das Außen sehr schwer ist zu verstehen und akzeptieren.
00:41:41: Das was du gesagt hast, Aggressionenumgang mit Frust, Impulsdurchbrüche, die so wenn ich es aus meinem gefährlichen Halbwissen gehört habe bei FASD Kinder hat häufiger auftreten können.
00:41:55: Wie ist denn das mit dem Thema?
00:41:58: Nimm es einfach Aggression als Überbegriff.
00:42:01: Ja, was mir schon mal hilft das Thema zu verstehen ist dass manchmal denken wir dadurch dass die Kinder häufig etwas vergessen oder sich nicht gut merken können.
00:42:12: Oder genau vielleicht auch jetzt nicht so clever erscheinen dann denken wir manchmal okay die strengen sich einfach nur nicht so an.
00:42:22: und wenn wir verstehen sie aber dass ihr gehören eigentlich nicht weniger arbeitet, sondern viel mehr arbeitet als ein gesundes Gehirn allerdings nicht so effizient.
00:42:36: Sprich wenn ich jetzt eine Aufgabe habe die zum Beispiel meine Mathekenntnisse erfordert dann brauche ich jetzt nicht das Sprachzentrum im Gehirnen oder so.
00:42:45: Wenn aber bei einer Matheaufgabe nicht nur das Sprachtzentrum sondern auch der Seezentrum und das hast du ja nicht gesehen also sämtliche Zentren anspringen und alle befeuert werden dann ist es richtig anstrengend.
00:42:58: Sprich, das Kind hat für eine Aufgabe schon viel mehr Anstrengung erlebt wie ein Kind mit einem gesunden Gehirn was die Aufgabe auch bewältigen musste aber es ging quasi leichter.
00:43:11: so ein bisschen wie Schwimmen Mitleidung oder ohne Kleidung.
00:43:15: ne beide schwimmen beide haben Wasser Aber für das Kind mit Kleidung ist es viel anstrengender, die gleiche Strecke zu schwimmen.
00:43:24: Aber die Kleidungen sind in dem Fall unsichtbar.
00:43:27: Das was einen runterzieht und beschwert, ist in dem fall unsichtbaar.
00:43:31: Sprich wenn das Kind jetzt zwei Schulstunden rum hat dann hat es schon von der Gehirnleistung soviel geleistet wie andere in vier oder sechs Stunden.
00:43:43: Und wir alle wissen jeder Jeder weiß, wenn ich viel gearbeitet habe.
00:43:49: Wenn ich müde bin, dann bin ich vielleicht noch hungrig oder mir ist kalt.
00:43:54: Oder es hat mich noch gerade jemand blöd angemackert oder angerempelt oder so.
00:43:59: Boah, dann sind wir auch nicht mehr so gut zu sprechen!
00:44:01: Da brauchen wir gar kein FSD für...
00:44:04: Das kenn' ich wohl.
00:44:05: Ja.
00:44:06: Wenn Ich hungrisch bin?
00:44:07: Dann ist das genau das
00:44:08: ja.
00:44:09: Genau.
00:44:10: So, das heißt wir kennen eigentlich dieses Gefühl von Wir sind jetzt richtig erschöpft.
00:44:15: Wir bräuchten jetzt eine Pause, wir bräuchen jetzt irgendwie ein bisschen Ruhe um uns herum.
00:44:20: Irgendwie nette Menschen oder mal ein gutes Wort oder keine Ahnung also irgendetwas was uns eine Pause verschafft.
00:44:30: Aber das ist ja im Alltag des Kindes erst viel später vorgesehen.
00:44:34: Also wenn man nachmittag erstmal eine Pause machen möchte okay So, das ist irgendwie das Empfinden Bier als normal weil wir es von uns so kennen.
00:44:42: Dass das Kind aber vielleicht morgens um zehn schon eine Pause bräuchte – das haben wir mitunter gar nicht auf dem Schirm!
00:44:48: Und dass wenn man alleine….
00:44:50: also nochmal das Beispiel du hast gerade gesagt, wenn du hungrig bist, bist du auch nicht so gut drauf, kenne ich von mir auch und das wird dann viel schneller aggressiv reagieren.
00:44:59: Und den anderen vielleicht anmerkern obwohl wir's vielleicht ganz nett hätten sagen können?
00:45:04: Das ist eigentlich verständlich, aber ich kann es halt nur verstehen wenn ich die Kleidung beim Schwimmen sehe.
00:45:11: Wenn ich die Brille aufsetze um die unsichtbare Kleidungen zu erkennen.
00:45:14: Ja
00:45:15: das heißt dieses Kind hat so viel schon geleistet um dass also quasi soviel im Körper auf volle Power gestellt und was der Lehrer der Lehrerin sagt vielleicht eine wenig Leistung ist was performt wurde.
00:45:33: Und das Kind ist danach unfassbar kaputt.
00:45:35: und wenn dann noch so ein kleiner Impuls dazu kommt, kann es dann zu Wudersbruch führen.
00:45:42: Der aber nur verstanden wird weil dieses Kind hat volle Power gegeben und kann nicht mehr.
00:45:49: Das ist so eine erklärende Ansatz an der Stelle.
00:45:52: Genau!
00:45:52: Ist einer.
00:45:53: natürlich gibt's auch andere Ansätze und was ich eben auch oft nicht erkenne... Wir nehmen mal das Beispiel, die Kinder stehen morgens in der Reihe bevor sie in die Klasse dürfen.
00:46:05: So alle Kinder stehen in einer Reihe.
00:46:08: Da ist eigentlich der Stress schon vorprogrammiert.
00:46:10: Der hat mich aber angerämpelt und hat mich blöd angeguckt etc.. Und wenn ich aber jetzt weil wir einfach wissen dass wenn das Gehirn beschädigt wurde auch die ganzen Filtersysteme nicht so gut funktionieren Das heißt Ich nehme viel mehr wahr als alle anderen Kinder Erst ist das schon stressig, dann kann ich mich selber gar nicht so gut regulieren.
00:46:32: Das heißt ja schon eine gewisse Unruhe in mir und dann diese Erwartung dass man dort jetzt einfach steht mit den anderen Kindern auch noch Spaß hat weil man sieht ja die haben auch Spaß wenn wir mit Spaß machen aber es finden die Anderen irgendwie doof.
00:46:45: man weiß als Kind vielleicht gar nicht warum dass allein so eine kleine kurze Situation von vielleicht drei Minuten für dies, für so ein Kind schon richtig anstrengend und herausfordernd ist.
00:47:00: Und entweder eine andere Lösung bräuchte oder eine Begleitung bräuchtet – das sehen wir häufig nicht!
00:47:07: Wir sehen nicht diese kleinen Situationen die ganz viel soziale und emotionale Kompetenz von uns verlangen weil es für uns so selbstverständlich Oder wenn wir halt, dann sagen wir halt naja jetzt reiß dich mal zusammen und bleib doch mal da stehen oder so.
00:47:26: Und bei vielen Kindern funktioniert das auch, die kriegen einen Impuls und denken so jawoll ok ich reiß mich ja zusammen aber selbst wenn die Kinder es wollten weil sie uns gefallen wollen Sie können es nicht umsetzen!
00:47:40: Dann sind wir als Erwachsener wiederum genervt und sehen gar nicht dass das Kind uns eigentlich gefallen will dass die Beziehung zu uns nicht gefährden möchte.
00:47:51: Aber es kriegt's nicht auf die Straße!
00:47:55: Das, was es will, kriegt das nicht auf der
00:47:57: Straße.".
00:47:57: Ja und ich meine wenn ich Lehrer in einer Klasse bin habe da vielleicht dreizig Kinder.
00:48:04: Der Alltag ist ja schon stressig genug Und ich glaube das auch immer zu sehen erfordert einfach etwas was sehr schwer umzusetzen ist das einfach mitzubedingen.
00:48:19: Und gleichzeitig gibt es natürlich wahrscheinlich Sachen, wo du denken würdest in so einer... ...in einem idealen Schulumfeld.
00:48:27: Würde es mehrere Punkte geben, wo man sagen könnte hey das wären Sachen wo man vielleicht Kinder mit FASD richtig unterstützen könnte.
00:48:40: So nächst!
00:48:41: Das ist gut.
00:48:42: was wäre das denn?
00:48:43: Was wäre dann Punkte wie man Kinder gut in der Schule unterstützen kann.
00:48:49: Ja, also zum einen gibt es verschiedene Materialien die einem helfen Stress abzubauen so ganz bekannt ist natürlich der Antistressball.
00:49:04: aber auch gibt's zb so Sachen die kann man sich umhängen wie eine Art Kette und da ist sowas zu knibbeln oder zum drauf beißen drauf oder einfach Dinge die ein bisschen beruhigen oder alleine etwas, womit man drauf sitzen kann.
00:49:21: Das sind ja auch Dinge die glaube ich viele schon mal ausprobiert haben wo man sich ein bisschen bewegen kann.
00:49:27: weil Bewegung ist für das Gehirn des Kindes etwas wie wenn wir also... Wir können es glaube ich am besten nachfüllen wenn man auf Toilette muss Dann kann man nicht sagen Ich fahr dir jetzt mal noch eine Stunde Sondern dann muss ich jetzt auf Toillette oder ich kann mal noch fünf Minuten, aber das war es dann auch.
00:49:44: Und so ist Bewegung für das Gehirn des Kindes.
00:49:47: Wenn sich ein Kind bewegen möchte, dann ist das so ein starkes Bedürfnis was ich eben mit diesem Drang nach Toilette vergleichen kann.
00:49:57: also da Möglichkeiten zu schaffen Aber genau dann weiterzugehen und zu überlegen okay wie viel Reize strömt in so einem Klassenraum auf das Kind ein?
00:50:07: Es gibt manche, die setzen zum Beispiel ein Kind vor die weiße Wand.
00:50:11: Wo wirklich keine Ablenkung sind, keine bunten Bildchen nicht das Fenster wo der Schmetterling vorbeifliegt oder das Auto vorbei fährt.
00:50:18: Wo nur eine weiße Wande ist und manchen Kindern hilft sich besser zu konzentrieren.
00:50:24: Die berühmten Mickey-Mäuse, die man aufsetzen kann um Geräusche zu dämmen oder auch so kleine Lernbüros, wo man dann eben von der Sicht wieder abgeschottet ist.
00:50:35: Ich habe auch gesehen, dass man hier zum Beispiel eine Mappe machen.
00:50:38: Vorhin hatte ich von den Mathe-Sachen erzählt.
00:50:40: Da gehört ja meistens nicht nur das Buch dazu, sondern man hat noch ein Arbeitsheft unten, Schreibheft
00:50:45: etc.,
00:50:46: und noch einen Geodreig oder so als verschiedene Dinge.
00:50:48: Dass man sich eine etwas größere Mappe nimmt wo man die so vier Klappseiten hat weiß jetzt nicht genau wie der Begriff dafür ist.
00:50:58: Und da hat es euch alle Mathe Sachen reinmacht!
00:51:00: Und dann sagt man, hol die Mathe Sachen raus.
00:51:02: Das Kind muss nur einen Griff in die Tasche machen und hat damit schon alle Sachen auf dem Tisch liegen.
00:51:07: So!
00:51:08: Für die Lehrkraft wieder der Hinweis zu sagen, fangen jetzt deine Mathe-Sachen an ist für so ein Kind zu wenig.
00:51:16: ich muss sagen... Nimm dir das rote Buch.
00:51:19: Schlag das Buch auf Seite neunundsebzig auf, nimm dir dein Heft, schreib obenhin Seite neuneunundsiebzig und dann rechnest du die ersten drei Aufgaben oder so und dann guck ich nochmal nach dir.
00:51:31: also Ich muss als Lehrkraft die Aufgaben, die ich oft sonst so zusammenfasse wirklich in einzelne Schritte unterteilen Und dann immer auch noch mal zwischendurch überprüfen.
00:51:43: hat das Kind wirklich verstanden wovon ich geredet habe?
00:51:46: Weil eine Erfahrung, die häufig berichtet wird von Erwachsenen, die mit den Kindern zusammenarbeiten ist das man ihnen was erklärt und dann fragt man hast du es verstanden?
00:51:56: Dann sagen die Kinder ja.
00:51:58: Oder sie können dir sogar wiederholen, was du gesagt hast!
00:52:02: Aber Sie haben die Bedeutung von dem, was Du gesagt hast nicht verstanden Und Sie können's nicht umsetzen weil das auch nochmal im Gehirn andere Bereiche sind.
00:52:13: einfach nur Worte zu hören.
00:52:15: Es ist ein anderer Bereich, wie Worte zu verstehen und wie Worde dann in eine Handlung umzusetzen.
00:52:21: Das sind alles unterschiedliche Schritte!
00:52:24: Und dazu überprüfen... Erstens hat mich das Kind verstanden und weiß es was ich jetzt machen muss und dann auch nochmal zu gucken wenn's dann wieder auf seinen Platz gegangen ist zum Beispiel.
00:52:33: Hat's auch angefangen oder sitzt es vielleicht noch da?
00:52:37: Und weiß nicht was es tun soll.
00:52:39: Und vielleicht auch zu sagen okay Natürlich möchte ich, dass die Kinder irgendwann selber ihre Hausaufgaben aufschreiben.
00:52:46: Aber bei diesem Kind schreibe ich sie vielleicht auch.
00:52:49: Vielleicht auch noch wenn das Kind schon in der achten Klasse ist?
00:52:52: Weil es eine Überforderung ist für das Kind... Am Ende der Stunde, das ist eher alles hektisch, schreibt man doch schnell eure Hausaufgeben auf und dann ist es ... Das ist dann zu viel!
00:53:02: Dass ich sage okay, für dieses Kind versuche ich das so zu machen, vielleicht nicht so sichtbar ist, weil das Kind trotzdem in unangenehmes Gefühl jetzt noch geholfen zu kriegen von einer Lehrkraft.
00:53:20: Aber dass ich es so mache, dass es für das Kind nicht beschämend ist, aber trotzdem ihm gewisse Dinge abnehme?
00:53:26: Weil ich weiß... Das ist eine Überforderung!
00:53:30: Das sind jetzt nochmal ein paar Impulse.
00:53:32: Es gibt natürlich noch weitere.
00:53:35: Genau, genau.
00:53:36: Einfach mal so als Ideen haben.
00:53:37: Man kann auch ums
00:53:38: Kleinen was machen!
00:53:38: Es muss
00:53:39: nicht...
00:53:40: Man muss sich das ganze Stuhlsystem in Frage stellen, um etwas an der Stelle für die Kinder machen zu können.
00:53:45: Ja
00:53:46: ja und das ist was bevor du weitermachst?
00:53:49: Das ist was, was ich immer wieder feststelle dass es viele kleine Dinge gibt, die ich tun kann um den Alltag für das Kind und auch für uns als Pflegeeltern, als Familie zu verbessern.
00:54:03: ganz große Lösungen sein, sondern es dürfen auch manchmal einzelne Dinge sein die sich verbessern.
00:54:10: Also zum Beispiel habe ich das damals so gemacht dass ich am Anfang hatte ich immer relativ spontan morgens wenn die Kinder in der Schule waren hab ich dann überlegt okay was was möchte ich denn heute kochen?
00:54:23: und irgendwann Idee hatte ich auch aus einem Buch und dann hat er gesagt schreibt doch schon für die ganze Woche auf was es zu essen gibt Weil es für Kinder super hilfreich ist, sich darauf schon einzustellen und zu wissen.
00:54:35: Ich gehe morgens aus dem Haus und weiß heute Mittag gibt's Spaghetti mit Bolognese.
00:54:39: Dann freue ich mich schon den ganzen Morgen da drauf.
00:54:41: Ich komme nach Hause und ich weiß, heute Mittags gibt es Spaghetti-Bolognise!
00:54:46: Und nicht Kartoffelpuffer oder so... Also einfach klar ist das für uns ein bisschen einschränkend.
00:54:53: Wir können dann nicht spontan umplanen aber für die Kinder gibt es Sicherheit.
00:55:01: Eine Sicherheit lässt die Überforderung dann wieder runterfahren.
00:55:06: Und das Kind kann sein Stresssystem runterfahren und weiß, ich kriege jetzt was zu essen.
00:55:10: Das Essen schmeckt mir, das Essen macht mich satt So!
00:55:14: Ich weiß, was auf mich zukommt Und so meint ihr sagen auch Sie werden nicht überrascht zum Beispiel am Geburtstag oder Weihnachten Welche Geschenke sie bekommen Sondern die besprechen es vorher mit den Kindern.
00:55:27: Was wollen die Kinder?
00:55:29: Wenn es im Rahmen ist, man bespricht das natürlich.
00:55:31: Aber genau das kriegen die Kinder, die wissen schon vorher was kommt.
00:55:35: Weil Überraschungen für diese Kinder manchmal gar nicht so cool sind wie wir das denken und da auch einfach von unserem Denken ein bisschen Abstand zu nehmen und zu denken ja aber das ist doch so schön und das war in meiner Kindheit auch so schön – war's vielleicht auch!
00:55:50: Aber für dieses Kind bedeutet es einen gewissen Stress sich auf unvorhergesehene Situationen einzulassen, sich auf Überraschungen einzulassen.
00:55:58: Die mögen so gut gemeint sein wie sie sind und wir haben das mit ganz viel Liebe vielleicht auch vorbereitet aber... Unvorher gesehen ist es immer ein gewisser Stress und das kann ich im Alltag zum Beispiel schon sehr gut umsetzen.
00:56:14: Vieles schon vorher besprechen und dann zu sehen okay's macht mich aber auch unflexibel.
00:56:21: das heißt für mich auch eine gewisse Umplanung, dass vielleicht manches nicht geht, was ich auch noch gerne würde.
00:56:30: Also es hat auch etwas mit Verzicht zu tun, das ich mein Leben ein bisschen umstrukturieren muss und nicht alles so machen kann wie ich gerne hätte.
00:56:41: Sondern eher in Routinen zu denken, in Vorausplanen – doch das ist ja Arbeit, die man dann da hat klar auf jeden Fall!
00:56:52: oder meine Familien erzählen, dass sie immer an den gleichen Ort in den Urlaub fahren.
00:56:57: Und dann zu überlegen okay vielleicht habe ich ja als erwachsene Pflege-Mama, Pflegepapa das Bedürfnis, boah ich will immer was Neues sehen!
00:57:05: Ich hab Bock auf Städte reisen und ich weiß für dieses Kind ist es der Horror so etwas zu machen immer woanders hin und da wo's laut und überhaupt is und zu gucken ok wie kann man beiden bedürfnissen nachkommen?
00:57:18: Wie können wir immer zwei Wochen an dem gleichen Strand fahren?
00:57:22: Aber wie kann ich auch mal einen Wochenende eine Stadtreise machen?
00:57:27: Ich muss wirklich ein bisschen umdenken und umplanen.
00:57:31: Und ich werde aber dann belohnt mit einem Kind was glücklich oder glücklicher ist, weil es sich schon im Januar freut auf den Strand wo's in den Sommerferien hinhint wird.
00:57:41: Genau!
00:57:42: Und man, obwohl die Verlässlichkeit hat, weil da hats mir gut gefallen... ...und dann gibt´s vielleicht die Eisdiele an, die man sich noch erinnert.
00:57:51: Es ist ja auch irgendwie verständlich, meine Kinder mögen ja Wiederholung.
00:57:55: Wie hoffe ich habe mich in meiner Kindheit irgendwie meine Lieblingslieder immer neu
00:57:59: rauf und
00:57:59: runter gehört?
00:58:01: Und hatte jetzt gerade das Gefühl dass es bei jungen Menschen mit FHS vielleicht... ...das einfach an der Stelle so ein bisschen länger bleibt.
00:58:08: dieses Ding Ich brauche diese Routinen um eine Bisschen und diese Sicherheit zu bekommen.
00:58:14: und natürlich auch was man ja auch bei FHS die sagt sie brauchen länger zum Lernen und müssen einige Sachen vielleicht wieder immer wieder neu lernen, weil sie sich vergessen haben.
00:58:23: Und da hilft natürlich eine Routine wesentlich mehr und Verlässlichkeit zu sagen so Montagmorgen hilft es ja auch zu sagen Montags Mittag gibt es immer Spaghetti Bolognese Es ist Spaghetti bolognense Montag.
00:58:37: So vielleicht hilft das auch.
00:58:40: Das ist glaube ich einfach ein Testen auch an der Stelle.
00:58:43: Da gibt's wahrscheinlich auch... Es gibt nicht Schema F wo man sagt Mit dieser Methode begattet man FASD-Kinder immer gut.
00:58:50: Das wird wahrscheinlich nicht funktionieren, das wird es wahrscheinlich nicht geben.
00:58:52: Genau!
00:58:53: Ich muss es immer adaptieren auf meine persönliche Situation und dann auch gucken was ist für mich möglich und machbar?
00:59:01: Und gleichzeitig wissen... Es geht nicht ohne dass ich manche Dinge anders mache als bisher und es geht auch nicht ohne, dass ich auf manches verzichte aber dann eben auch gucken wo kann ich an anderer Stelle auch für meine Bedürfnisse sorgen.
00:59:19: Beides soll seinen Raum haben, aber es schränkt den Alltag ein und da brauchen wir wieder – wie wir am Anfang gesagt haben – eine gute Portion Akzeptanz dafür dass es den Alltag ja ein bisschen unflexibler macht.
00:59:37: Ja das glaube ich, das glaube schon einfach einen Riesenrucksack mit sich bringen.
00:59:50: Wenn dann noch FASD in diesen Rucksack mit dazukommt, oder vielleicht man das bilden wird, die haben an sich zwei Rucksäcker auf.
00:59:57: Diese zwei Ruckse können wahrscheinlich auch besonders schwer sein für Kinder, oder?
01:00:05: Ja also... Auch die Kinder empfinden es häufig als Belastung hört man zumindestens immer wieder mal.
01:00:12: oder auch als Jugendlicher, als Erwachsener ist Auch für sie selber als Person manchmal schwer zu akzeptieren.
01:00:18: Und gleichzeitig kann man eben auch all die schönen Seiten des Lebens genauso kennenlernen, halt nur vielleicht ein bisschen durch eine andere Brille und mit einer anderen Begleitung.
01:00:28: Also ich würde nicht sagen dass man im Leben weniger Spaß oder weniger Freude und Sinn empfinden kann weil man jetzt mit FSD lebt oder weil man junge Menschen mit FASD begleitet.
01:00:40: aber er ist anders definitiv.
01:00:44: Und es darf ja auch eine wertvolle Erfahrung sein dieses Anders.
01:00:48: Wo wir da noch nicht gesprochen haben, das klang mal so am Anfang kurz an wenn jetzt diese Diagnose FASD eben da ist und Pflegekinder haben ja eh schon stelle sich irgendwann im Leben die Frage warum konnte ich eigentlich nicht bei meinen Eltern groß werden?
01:01:04: Diese Biografiarbeit ist ne große Aufgabe die für Pflege Kinder eh schon glaube ich nicht leicht zu bewerkstelligen.
01:01:14: Wenn dann aber noch die Frage dazu kommt, wie kam es dazu das Mama getrunken hat als ich bei ihrem Bauch war?
01:01:21: Das kann ja unglaubliche Wutfrustrationen bei den Kindern auslösen.
01:01:28: Wie kann man das denn für Kinder eigentlich gut in Worte fassen oder irgendwie abwertend zu reagieren?
01:01:36: Wie kriegt man das eigentlich gut mit den Kindern besprochen?
01:01:41: Also ich denke ein ganz großer Punkt dahingehend ist, dass die allermeisten Mütter wissen nicht das der Alkohol schädlich ist oder dass er so schädlig ist.
01:01:53: So also vielleicht weiß man schon alles nicht so toll.
01:01:55: aber welches Schäden ist wirklich hervorruft weiß man nicht weil die Aufklärung einfach Deutschland da nicht kann es sich leider noch nicht auf die Schulter klopfen.
01:02:08: und Also das ist der eine Punkt, dass man es einfach nicht weiß.
01:02:12: Und ich denke, das ist ein großer Punkt weil... und ich könnte mir vorstellen, dass den gerade Menschen mit FASD auch gut nachvollziehen können dieses Ich weiß was ein Verständnis auslösen kann.
01:02:27: Wenn's jemand nicht weißt, weil es gab ja vielleicht einen Zeitpunkt wo das Kind selber noch nicht wusste, dass es diese Einschränkung hat Was hat dieses Wissen und diese Diagnose ausgelöst, auch an der Leichterung?
01:02:40: Auch an Möglichkeiten neue Wege oder neue Lösungen zu finden.
01:02:45: Und wo wir als Bezugspersonen jetzt einfach merken, unser Wissen, unser Verständnis ist schon ein Riesengewinn auf der ganzen Sache.
01:02:55: Das trifft eben auch in Bezug auf die leiblichen Eltern oder die leibliche Mutter zu.
01:03:02: Es gibt natürlich Mütter, die versuchen jetzt durch Alkohol ihr Kind abzutreiben zum Beispiel weil sie wirklich eine Ablehnung gegen das Kind haben.
01:03:11: Aber das sind wenige!
01:03:14: Die allermeisten Müttern sind überfordert damit oder Sie wissen nicht was der Alkohl auslöst.
01:03:22: Die allemeisten Mötter wollen etwas Gutes für ihre Kinder aber sie kriegen selber nicht hin.
01:03:28: Und auch da kann man ja wieder anknüpfen, dass der junge Mensch mit FASD möchte etwas Gutes.
01:03:35: Aber kriegt es nicht hin.
01:03:36: und ganz ehrlich wir Erwachsenen wollen doch auch manches Gute und kriegen sie aber nicht hin.
01:03:42: also einfach diesen diese Barmherzigkeit im Umgang miteinander und mit sich selber reinzubringen und die dann auch der leiblichen Mutter oder den leibischen Eltern entgegen zu bringen das ich einfach mal ohne dass ich dafür jetzt Ich brauche keinen langen Brief von der Mutter dafür, sondern es ist für mich eine Haltungsfrage zu sagen.
01:04:03: Ich gehe einfach mal davon aus dass die Mutter es gut gemeint hat aber nicht hingekriegt hat.
01:04:10: und alleine diesen Change in der Haltung, der bewirkt schon was.
01:04:15: also ganz vieles individuell wie du gesagt hast und manche Fragen kann ich vielleicht nicht beantwortet kriegen oder beantworten sich auch erst im Laufe des Lebens.
01:04:26: Das ist natürlich ein Rucksack und ich brauche dafür Begleitung.
01:04:29: Und auch einfach immer wieder mal diese Trauer zulassen, also du hast ja schon einen Podcast mit Sonja gemacht zum Thema Biografiearbeit und das war ja da auch ein Punkt zu sagen wie kann ich Trauer im Leben zulassen?
01:04:44: Dass einfach Dinge nicht geworden sind oder So sind oder waren, wie wir sie uns gerne gewünscht hätten und es sich darüber auch traurig sein darf.
01:04:53: Und auch Pflegeeltern dürfen traurigs sein da drüber wenn sie so eine Diagnose bekommen.
01:04:57: Einmal für sich selber weil das eigene Leben ja beeinflusst und dann aber auch fürs Kind, weil das eben wirklich wie du es gesagt hast ein Rucksack ist.
01:05:08: Was würdest Du dir denn eigentlich von Gesellschaft dich wünschen im Umgang mit FHSD?
01:05:14: in diesem Ganzen?
01:05:15: Themen?
01:05:15: gibt es etwas, wo du denkst.
01:05:17: Das würde ich mir eigentlich wünschen wenn ich irgendwie schaue wie das Thema FASD in zwanzig Jahren ertrachtet wird.
01:05:27: Was wäre unsere Punkte?
01:05:27: Würde sagen wir das dann hat sie einiges getan.
01:05:33: In zwanziger Jahren!
01:05:34: Okay also mir fallen spontan drei Sachen ein.
01:05:38: Ich würde mir wünscht dass wir in unserer Gesellschaft einen sensibleren Umgang mit Alkohol finden weil Alkohol ja wirklich eine sehr anerkannte Droge ist, die auch nicht schlimm ist.
01:05:51: Wenn man die zu sich nimmt und wenn man viel zu sich nimmt.
01:05:57: Genau da würde ich mir mehr Verantwortung wünschen und ich denke dass man da gesetzlich einiges auf den Weg bringen könnte um das mehr zu regulieren.
01:06:08: Dann so kleine Sachen wie, ich schreibe das auf jede Alkoholflasche drauf oder manchmal gibt es ja Schilder irgendwo Don't Drink and Trive.
01:06:15: Da haben wir diese Sensibilisierungsarbeit total gut hingekriegt.
01:06:19: im Straßenverkehr ist richtig blöd weil du könntest dann mit dich gefährden jemand anders gefährden etc.
01:06:25: und zu sehen okay ich gefährde vielleicht jemand der gerade noch unsichtbar ist der gerade in mir drin lebt aber für sein ganzes Leben.
01:06:34: Ich glaube, dass wenn wir das wollen als Gesellschaft – das wird durchaus viele Ideen entwickeln wie wir es dann auch umsetzen können.
01:06:47: Das zweite ist was ich mir wünschen würde wäre, dass wir das als ganz normale Wissensvermittlung mit einbauen in Ausbildung, in Studiengänge auch in die Schule.
01:07:00: Die Kinder haben in der vierten klassischen Sexualunterricht.
01:07:02: Warum mache ich da nicht zwei Stunden mal dazu?
01:07:05: Also das ist jetzt eigentlich nichts was furchtbar schweres und trotzdem... Ich weiß nicht warum es noch so wenig passiert.
01:07:15: Es gibt ja natürlich auch schon viele Bestrebungen genau aber ich denke dass wir da durchaus ein bisschen Geschwindigkeit zulegen dürfen.
01:07:23: Und das Dritte, was ich mir wünsche ist dass Menschen die eine Einschränkung haben, dass sie wirklich Unterstützung erfahren und da sind jetzt tatsächlich einfach unsere Hilfesysteme, unsere Ämter gefragt.
01:07:34: Dass sie diese Unterstützung auch auf die Straße bringen und nicht immer wieder versuchen abzustreiten oder dann Pflegeeltern oder anderen Bezugspersonen oder Betreuungspersonen das Leben schwer zu machen mit irgendwelchen... Anträgen, die nicht bearbeitet werden oder noch mal eine Ablehnung
01:07:53: etc.,
01:07:55: dass wir da auch wirklich mehr... Ja, auch da würde eine Aufklärung helfen.
01:08:01: Das ist natürlich schwierig in Berufe reinzukriegen, dann sollte Plätze ausfüllen, aber dass wenn ich für Inklusion und Menschen mit Behinderung zuständig bin, dann sollte ich eigentlich über solche Behinderungsbilder Bescheid wissen.
01:08:16: Und einfach zu wissen FASD ist ein ganz besonderes behinderungs Bild weil es eben nicht darum geht das ich im Rollstuhl bin oder eine See-Einschränkung habe was irgendwie von außen sichtbar ist sondern dass die Behinderungen da drin liegt dass ich mein Verhalten nicht so auf die Straße bringen kann, wie es gerne hätte und das sich eben diese Selbstständigkeitsentwicklung nicht so habe wie ein Mensch mit einem gesunden Gehirn.
01:08:43: Und ich denke, dass wir da als Gesellschaft Verantwortung übernehmen müssen und zwar bis ins letzte durchgedacht was das dann alles auch bedeutet.
01:08:52: Wow!
01:08:52: Sehr gut für so spontan mega.
01:08:56: dieses Leben jetzt mit Kindern wie die FASD haben ist bunt und total vielfältig.
01:09:03: Und es ist schon so, dass es natürlich viele Pflegekinder gibt die FASD haben.
01:09:09: So auch mit Vorbereitung wird natürlich darüber gesprochen.
01:09:14: was können sie sich eigentlich vorstellen?
01:09:16: Was für ein Pflegekind könnte denn hier im Platz haben?
01:09:19: Da wird natürlich auch zu dem Thema FASd besprochen.
01:09:24: kann ich mir das vorstellen so ein Kind einen Zuhause hier bieten zu können oder nicht?
01:09:29: Andererseits, genauso wie du es gesagt hast.
01:09:31: Es ist halt auch so dass Pflegekinder halt auch an der Stelle eine Wundertöte sind weil das... Schönes
01:09:38: Wort dafür
01:09:39: ja!
01:09:40: Ja also die Themen einfach nicht immer komplett ersichtlich sind.
01:09:44: und gerade sowas wie FHS zu diagnostizieren.
01:09:47: Du hast eben gesagt man erkennt es nicht immer Man kann nicht direkt sagen dieses Kind hat FHSD.
01:09:52: So dementsprechend sind jetzt die letzte Frage eigentlichstens zwei Fragen an der stelle Weil es geht einmal um Pflegeeltern, die quasi noch nicht Pflegealtern sind.
01:10:01: Und andererseits für Menschen, die schon einen Pflegekind haben wo vielleicht diese Diagnose vielleicht im Raum steht dass es FHS sein könnte Wie ist es denn an der Stelle mit einem Kind aufzunehmen?
01:10:16: über die Anstrengung haben wir gesprochen und was das für Herausforderungen sind?
01:10:24: noch Absatz von diesen Anstrengungen.
01:10:26: Also, welche schönen Momente gibt es eigentlich?
01:10:28: Welche Dinge können eigentlich ja so berührend sein für eine Familie genau diesem Kind auch eine Zuhause zu geben?
01:10:37: Ja ich kenne eine Familie, eine Pflegefamilie die hat gesagt sie hatte schon erst ein Pflegekind und dann irgendwann nochmal eins aufgenommen und das zweite hatte FS Und dann hat sie gesagt Ich wollte unbedingt noch mal ein Pflegekind aufnehmen, aber nur mit FAS.
01:10:56: Und es fand ich so eine großartige Haltung weil sie den Kindern ein Zuhause geben wollte und ja, weil sie all das bunte Paket einfach mitgenommen hat.
01:11:11: So!
01:11:12: Und ist glaube wichtig gerade wenn ich vor dieser Entscheidung stehe ob ich einen Kind mit oder ohne FAS aufnehme dann sollte vorher ehrlich kommuniziert werden.
01:11:25: Was bedeutet das denn?
01:11:28: So, um schon so ein bisschen diese Akzeptanz im Kopf durchzugehen und zu wissen okay was ist damit tatsächlich verbunden?
01:11:37: und der zweite Schritt...was kann ich tun?
01:11:42: also was sind die kleinen aber auch die großen Schritte um das Kind begleiten zu können?
01:11:48: So, das sollte ich vorher wissen.
01:11:50: Und dann kann ich auch abschätzen bin ich persönlich der Typ dafür die sich genau das umsetzen kann was das Kind braucht immer auch mit dem Hintergrund wissen man wächst an seinen Aufgaben Manches traut man sich vielleicht nicht zu und dann klappt es aber doch Genau!
01:12:11: Ich habe vorhin gesagt Sticks für Feiglinge.
01:12:14: also Es erfordert dass wir das Leben mit beiden Händen anpacken.
01:12:19: so Genau, aber das muss ich und sollte ich vorher ehrlich kommuniziert bekommen.
01:12:24: Und nicht diese Erfahrungen machen.
01:12:27: Boah!
01:12:27: Ich habe schon alles möglich probiert und alles hat nicht gefruchtet.
01:12:32: Das Kind und wir als Eltern sind ja total frustrierend.
01:12:35: Ja, das ist ja häufig leider der Regelfall.
01:12:38: Aber schön wäre es das schon vorher zu wissen.
01:12:41: Dann auch wenn ich jetzt mit einem Kind lebe was FASD hat... ...zuwissen.
01:12:47: in den allermeisten Fällen habe ich wirklich unfassbar freundliche und herzliche Kinder.
01:12:54: Und die einem so das Herz erwärmen, und die auch eine ganz unvermittelte Art haben.
01:13:02: also die setzen jetzt nicht irgendwie so ne Maske auf um einem irgendwas vorzuspielen.
01:13:08: genau das ist ja oft was uns auch so ärgert wo man denkt so naja jetzt würde ne Masse werben weil es gerade bei hilfreich du musst nicht immer so sein wie du bist aber Im Supermarkt ist es nervig, aber im Strandurlaub kann's auch total schön sein.
01:13:24: Einfach so dieses Unvermittelte und dieses ganz echt im Lebensein mit beiden Füßen hier und jetzt stehen.
01:13:34: Das erlebt man mit Kindern, mit FSD manchmal eben mehr wie mit anderen Kindern.
01:13:41: Und es gibt ganz viele schöne Momente.
01:13:44: und ich kenne eine Pflegemutter die hat drei Geschwister, Kinder alle.
01:13:48: Drei mit FHS und sie sagt, Sie lachen so viel zu Hause!
01:13:55: Und einfach was für eine tolle Einstellung.
01:13:58: und sie hat auch es total herausfordernd.
01:14:01: so also nicht dass das nur weil sie jetzt viel Spaß haben ist das alles irgendwie locky-flokky so ne?
01:14:08: Aber einfach zu sagen, man darf... Man ist eingeladen ganz vieles mit Humor zu nehmen.
01:14:14: Aber das braucht auch ein bisschen den Abstand zu sich selber, sich selbst nicht so ernst zu nehmen mal fünf Grad sein zu lassen oder zu sagen cool du hast schon wieder die Süßigkeiten aus der Kammer geklaut, ihr hast den Glück und will dich nicht darüber aufzuregen.
01:14:30: Ja, also vieles lädt einen ein seine typischen Einstellungen nochmal grundlegend zu überdenken.
01:14:39: Und ich finde das ist auch eine spannende Aufgabe im Leben sich ändern zu wollen ja auch anders leben zu wollen als man es bisher so getan hat und Das kann richtig gut werden.
01:14:55: Wir sind jetzt an der Stelle Am Ende vom Podcast.
01:14:58: Wir konnten vieles besprechen, aber halt bei Walter nicht alles besprechen.
01:15:02: wenn ich jetzt noch mehr Themen oder mich für dieses Thema FSD interessiere und einfach noch mehr Fragen habe, noch mehr darüber was wissen will?
01:15:11: Was kann ich denn an der Stelle tun?
01:15:13: Wo passen gute Adressen?
01:15:15: wo kann ich mich informieren zu diesem Thema?
01:15:18: Ja danke Steffen.
01:15:20: also ich hab ja schon am Anfang erwähnt dass sich jetzt nicht mehr konkret mit den Kindern zusammenarbeiten sondern jetzt da noch mal umgeschwenkt bin und zu gucken, wie kann ich die Bezugspersonen stärken, um mit den Kindern zu arbeiten.
01:15:36: Genau wenn ihr euch jetzt noch mehr für das Thema FSD interessiert dann kommt zum Online-Eltern-Austausch!
01:15:43: Das ist immer cool, da haben wir immer neue Themen und ihr habt eben auch die anderen, die dann nicken... Und man hat eben nicht nur mich als Referentin, sondern eben auch die anderen mit denen man sich austauschen kann.
01:15:57: Und gleichzeitig biete ich eben auch hier im Raum Mittelhessen jetzt konkret in Marburg Seminare und Weiterbildungen dazu an.
01:16:06: Jetzt zum Beispiel fünfter sechster Mai ist ein Tagesterminar bzw.
01:16:11: zwei Tage und ab Ende August startet eine ganze Weiterbildung, die für anderthalb Jahre geht und mit einem Zertifikat endet Und wo ihr euch wirklich richtig tief da rein begeben könnt und dann echt auch Experten wertet für dieses Thema, um für die Kinder- und Jugendlichen wirklich an dieser Stelle wieder ein gutes Umfeld, ein gutes Lernen zu ermöglichen.
01:16:34: Wenn ihr daran Interesse habt zum Seminar oder zur Weiterbildung zu kommen, dann könnt ihr entweder eine E-Mail schicken Oder ihr schaut einfach in die Notizen hier unter dem Podcast.
01:16:53: Dort wird es auch nochmal aufgeführt sein, wie ihr mich erreichen könnt.
01:16:57: Sarah, vielen, vielen Dank!
01:16:58: Ich habe sehr viel gelernt was FASD an der Stelle eigentlich auch heißt, auch im Alltag heißt und fand jetzt aber auch dann die Haltung.
01:17:08: Du hattest an der Stelle super dass man halt nicht nur auf die Defizite Schaut und irgendwie wo liegen die Gefahren?
01:17:19: Wie belastet sind sie, sondern dass FSD-Kinder auch erstmal einfach Kinder sind.
01:17:24: Und die sind da!
01:17:27: Da gibt es natürlich auch schwierige anstrengende Momente aber auch sehr viele schöne Momente.
01:17:32: Vielen vielen Dank.
01:17:34: Hat mir sehr viel Spaß gemacht.
01:17:34: Danke
01:17:35: dir.
01:17:35: Danke Steffen für deinen Interesse und deine Aufmerksamkeit.
01:17:38: hat mir Spaß gemacht mit dir sich zu unterhalten.
01:17:41: Super, vielen Dank!
01:17:44: Das war mein Gespräch mit Sarah Blatt zum Thema Leben mit FISD eine Folge die zeigt wie wichtig es ist Verhalten einzuordnen Zusammenhänge zu verstehen und Kindern mit einer klaren wertschätzten Haltung zu begegnen.
01:17:58: Vielen dank Sarah für die Einblicke und deine Perspektive.
01:18:02: Wenn du mehr über das Thema erfahren möchtest oder dich für das Leben als Pflegefamilie interessierst findest du weitere Informationen auf unserer Website.
01:18:10: Danke fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge von Netzwerkpflegefamilien, der
01:18:21: Podcast.
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